Pontifikaler Think-Tank?
Montag, 17. Mai 2010, Montag, 17 Mai 2010, 16:35:47 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

Und wenn Du nicht mehr weiter weiß’,
dann gründe einen Arbeitskreis.

In höheren Regionen nennt man das dann Kommission, Lenkungsgruppe oder eben neudeutsch Think Tank.
Unsere Tageszeitung machte gleich einen Krisenstab daraus.
So weit so gut oder so schlecht.

Die Kirche erlebt in unserem Land derzeit eine Krise in einem Ausmaß, wie wir es seit Jahrhunderten nicht mehr hatten. Wann, wenn nicht in der Pfingstnovene, zwischen Christi Himmelfahrt und der Geistsendung am Pfingstfest wäre die bessere Zeit, um eine Erneuerung der Kirche zu erbitten. Und dann aber selber dafür zu tun, wozu wir in der Lage sind.

Gott hat seine Kirche nicht einfach in die Welt entsandt und läßt sie wurschteln, er selbst lenkt und leitet im Heiligen Geist seine Kirche. Diesen Beistand, den Heiligen Geist hat Jesus seinen Jüngern verheißen, bevor er zum Vater auffuhr. Geführt vom Heiligen Geist haben unsere Bischöfe nun gesehen, daß es Zeit wird, allerhöchste Zeit, wie ich finde, mal ein paar Fragen der Kirche, aber nicht zuletzt auch Fragen zur Kirche und an die Kirche in unserer Zeit in unserem Land anzupacken. Es ist Zeit für eine Offensive. Defensiv waren wir nun lange genug.

Was ist nun anzupacken?
Die Kirche ist in einer Vertrauenskrise, hört man allenthalben. Ja, das ist sie in der Tat. Aber das ist sie doch nicht erst seit Aufdeckung der Mißbrauchsskandale. Mißtrauen gegen die Kirche habe ich schon zu Zeiten meiner bewußten Entscheidung für den Glauben und für die Kirche vor 25 Jahren erleben müssen.

Da steht die Frage nach dem Zölibat im Raum.
Wenn ich in Kirchengeschichte richtig aufgepaßt habe, tut sie das schon seit Jahrhunderten.

Da ist der Glaubensschwund in unserem Land.
Konnte man den nicht schon vor 30 Jahren beobachten?

Priestermangel, Strukturwandel und -reformen, Schlampigkeit in der Liturgie, Verbände mit katholischem Etikett aber ohne katholischen Inhalt und noch vieles mehr, sollte nicht weniger auf der Tagesordnung stehen. Die Liste ließe sich noch eine Weile fortführen.
Man könnte es aber auch unter einem Schlagwort subsummieren:

Untergang der Volkskirche und die Konsequenzen daraus.

In einer nicht mehr existierenden Volkskirche werden volkskirchliche Strukturen geradezu zwanghaft aufrecht erhalten. Wir können das noch eine Weile tun, weil wir es uns finanziell leisten können. Wir müssen das auch eine Weile noch tun, denn für die immer noch existierenden Reste der Volkskirche tragen wir durchaus noch Verantwortung.
Doch Volkskirche ist nun wahrlich nicht die einzig mögliche Sozialgestalt von Kirche. Die geringste Zeit ihres Bestehens in unserem Land oder auch in Europa war die Kirche eine Volkskirche.

Wenn es eine Antwort gibt, die ich von diesem Think Tank erwarte, dann ist es die, wie Kirche künftig aussehen kann oder aussehen soll. Nicht, daß ich damit einen neuen Strukturplan erwarte, denn davon haben wir genug. Auch innerkirchlich haben wir inzwischen so viele Organisationsberater, daß wir schon fast ein Tochterunternehmen gründen könnten und Organisationsberatung als Dienstleistung für andere Gruppierungen oder Firmen anbieten könnten.

Nein, die Antwort muß eine andere sein: Es kann nur eine geistliche Antwort sein!
Denn alles andere würde sich nur in die Reihe der Kilotonnen Papier einfügen, auf denen die nicht mehr zählbaren Pastoralkonzepte aufgeschrieben in Regalen ihr Dasein fristen.
Und jede andere Antwort wäre eine unsinnige Antwort, denn die Frage nach Kirche in Deutschland im 21. Jahrhundert ist eine geistliche Frage.

Ich wünsche den Bischöfen geradezu Löwenmut, die sich dieser Sache angenommen haben.

Sicher werden sollen auch kribbelige Fragen gestellt werden dürfen. Ich bin dafür!

Stellen wir gerne den Zölibat zur Diskussion.
Vielleicht erkennen wir dann ja das große Geschenk, das diese Lebensform für die Kirche ist. Aber vielleicht denken wir Zölibat mal unter der Prämisse: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei.
Viele Priester leiden unter Einsamkeit und viele von diesen, die so leiden, sind auf verschiedenste Weise sozial so verkrüppelt, daß sie kaum noch in der Lage sind, gesunde soziale Beziehungen zu pflegen. Welche Folgen das haben kann, sollte jeder wissen, der sich einmal damit beschäftigt hat.
Da gilt es: Augen auf! Die Wahrheit ans Tageslicht.
Daran muß sich etwas verändern. Mit Sicherheit muß man das schon von der Ausbildung her denken.

Stellen wir auch gerne mal die Kirchensteuer zur Diskussion.
Wer hat nicht schon mal davon geträumt, die Kirchensteuer und damit die Gefangenschaft der Kirche in staatlichen Strukturen abzuschaffen. Das viele Geld korrumpiert uns doch nur! Weg mit Reichtum, verteilen wir ihn an die Armen! Finanzieren wir die Kirche doch ganz anders. Wir brauchen doch gar nicht so viel.
Wie jeder einsehen wird, ist das eine sehr romantische Vorstellung, denn die Finanzstrukturen sind gar nicht so einfach mit einem Handstreich zu verändern. Auch der Staat und sei er noch so laizistisch oder auf dem Weg dorthin, hat keinerlei Interesse plötzlich alle Aufgaben, die jetzt von der Kirche erfüllt werden selber übernehmen zu müssen.
Letztlich hat diese Form der Kirchenfinanzierung auch eine Menge Vorteile, die sich nicht so leicht wegdiskutieren lassen. Die Frage zu stellen, ob wir alles so, in dieser Form und in diesem Umfang künftig noch tun sollten / können, ist dringend geboten.

Diese Beispiele mögen zeigen, daß wir wirklich, wenn wir das tun wollen, auch einmal so richtig quer denken dürfen.

Stellen wir zur Diskussion, was immer wir wollen, aber diskutieren mir mit beiden Beinen in der Wirklichkeit unserer Zeit, mit Kopf und Herz aber in der ewigen Wirklichkeit Gottes.
Behalten wir das Ziel im Auge! Aber bedenken wir den Startpunkt: Deutschland im Jahre 2010

Im Auge behalten sollten wir auch, wie unsere heutige Welt tickt.
Moderne Medien spielen eine zunehmende Rolle und funktionieren anders, ganz anders als es sich viele in unseren Reihen heute vorstellen. Die moderne Welt ist eine Welt, die mehr als je zuvor von Medien geprägt und gestaltet wird. Diese Medien sind schnell, sehr schnell. Öffentliches Gehör findet nur, wer die Techniken der Medienwelt beherrscht.

Mehr als die internen Klärungen (in Lehre und Praxis), deren Bedeutung ich in keiner Weise als gering erachte, sehe ich die Notwendigkeit, in den modernen Medien aktiver präsent zu sein. Gerade dort bewegen sich eine große Anzahl Menschen, die zwar viel Meinung zur – aber nur wenig Ahnung von der Kirche und dem Glauben haben.
Hier begegnet uns eine Fülle von Unkenntnis und Vorurteilen. Und in der Ansicht vieler sind wir inzwischen zu einem Pädophilenclub verkommen. Ich selber mußte mich schon Unterstellungen aussetzen, weil ich in einem sozialen Netzwerk einer Gruppe angehöre, die sich „Ministranten“ nennt.

Wir müssen als Kirche lernen, in der Welt des Web 2.0 zu agieren. Dies ist insbesondere aus zwei Gründen wichtig. Zum einen sind dort Menschen aktiv, die an keinem anderen Ort von kirchlicher Verkündigung erreicht werden. Zum anderen ist das Netz zunehmend der Ort, an dem Meinungen und Nachrichten ihren Markt finden. Überlassen wir den Kirchenkritikern oder den Kirchenfeinden dieses Feld, sind wir bald abgehängt. Natürlich können das die bischöflichen Pressestellen nicht leisten. Wir können und sollten auch nicht alles mit hauptamtlichen machen. Auch die Medienarbeit nicht.

Kirche ist im Internet, im Web 2.0 längst angekommen, was sich dort allerdings findet, ähnelt eher Basisgemeinschaften als volkskirchlichen Strukturen. Es durchaus eine große Vielfalt anwesend, doch die, die sich das Etikett Kirche anheften, stehen zur Kirche, stehen zum Papst und stehen fest im Glauben.
Es wäre an der Zeit, diese Gruppen und Einzelpersonen an neue und / oder bestehende kirchliche Strukturen heranzuführen. Das wird eine Aufgabe der näheren Zukunft sein, denn das moderne Laienapostolat ist auch virtuell. Ebenso wie das reale Laienapostolat die Anbindung an die Kirche braucht, braucht es das virtuelle auch.

Es sind nun drei Bischöfe ernannt, diesen Think Tank ins Leben zu rufen.
Es liegt an diesen dreien, welcher Art der Think Tank werden wird.
Wird es ein Papiertiger?
Wird es ein Expertengremium mit hoher Dichte an Theorien?
Oder wird es ein echter, ein moderner Think Tank, der sich der Welt von heute stellt ohne die ewige Wirklichkeit unseres Glaubens zu vergessen?

Welche Rolle spielen wir, das gläubige Fuß- oder besser Tastaturvolk in diesem Prozess?

Sind wir dabei?

In einer Hinsicht sind wir garantiert dabei:
Als Beter!

Beten wir also.
Beten wir um einen Sturm,
um den Sturm des Heiligen Geistes für unsere Bischöfe und für die Kirche in unsrem Land.

Und so weit es katholische Blogger und andere webaffine Katholiken betrifft,
werden wir es uns nicht nehmen lassen, den Prozeß hier und da zu dokumentieren und zu kommentieren.



Nightfever in Paderborn
Sonntag, 2. Mai 2010, Sonntag, 2 Mai 2010, 14:19:13 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

„Darf ich Ihnen eine Kerze schenken und sie zu Nightfever einladen?“
Mit diesen oder ähnlichen Worten überraschten Jugendliche und junge Erwachsene am späten Abend des 1. Mai den einen oder anderen Passanten in der Paderborner Innenstadt. Viele nahmen die Einladung gerne an und stellten in der Marktkirche ihre Kerze vor das Allerheiligste und verweilten einen Moment in der Kirche.
Nightfever ist eine Aktion, die aus dem Weltjugendtag 2005 in Köln hervorgegangen ist und das Motto: „Wir sind gekommen, um ihn anzubeten.“ weiter trägt. In vielen Städten Deutschlands und Österreichs hat diese Aktion Fuß gefaßt. So auch in Paderborn, wo Nightfever an jedem ersten Samstag in ungeraden Monaten in der Marktkirche stattfindet.
Der Abend begann wie immer mit der Heiligen Messe in der Marktkirche. Studentenseelsorger Lars Hofnagel deutete die Eucharistie als einen Spiegel, in dem wir in Christus den Nächsten sehen. Der Blick in diesen Spiegel sei nicht narzistisch auf sich selbst gerichtet, stattdessen weite er den Blick.
Nach der Hl. Messe wurde das Allerheiligste ausgesetzt. Die Eucharistische Anbetung ging bis Mitternacht. In dieser Zeit war Gelegenheit zum stillen Gebet in der abgedunkelten, fast nur von Kerzen erleuchteten Kirche. Ruhige Musik und Impulse begleiteten die Anbetung. Drei Priester standen für Gespräche und Beichte zur Verfügung. Wie immer wurde von diesem Angebot reichlich Gebrauch gemacht.
In dieser Zeit gingen einige der Teilnehmer in die Fußgängerzone und die umliegenden Straßen. Dort sprachen sie Passenten an, verschenkten Kerzen und luden ein, einen Moment in der Kirche zu verweilen, eine Kerze anzuzünden. Viele nahmen diese Einladung gerne an. Es kam zu netten Gesprächen und nur selten zu offener Ablehnung. So waren die Altarstufen vor dem Allerheiligsten im Laufe des Abends von einem Meer aus Lichtern erhellt. Gebetsanliegen konnten auf kleinen Zetteln in einen Karton geworfen werden. Die Klarissen in Paderborn nehmen diese Anliegen in ihr Gebet.
Der Abend endete wie immer mit der Komplet, dem Nachtgebet der Kirche und dem sakramentalen Segen.
Rund um Nightfever haben sich auch lokale und überregionale Gruppen in den sozialen Netzwerken facebook und StudiVZ gegründet. So halten Organisatoren und Teilnehmer auch zwischen den Gebetsabenden Kontakt und geben Informationen an Interessierte weiter.

Das nächste Nightfever findet am 3. Juli 2010 statt.

Nightfever im Internet: http://www.nightfever-paderborn.de/



Über Kommentare und Wortspenden
Sonntag, 25. April 2010, Sonntag, 25 April 2010, 18:41:35 Uhr
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Kommentare von Freunden und Lesern sind hier in der Regel gern gesehen.

Manchmal finde ich im Kommentarbereich allerdings Wortspenden vor, die mich sehr verwirren.

Ich glaube, ich muß das mal klarstellen.

Wer sich an anderer Stelle so

…, findet sich uebrigens seit ein paar tagen dieser lustige eintrag, auf den ich bereits mehrmals einen kommentar abgeschickt habe, in dem ich mich im namen derer, die hier werbung fuer den blog machen, artig fuer das vergelts gott bedanke. indes moechte der herr winnemoeller diese kommentare lieber nicht freischalten, um sich weiter in der rolle des opfers, das aber gewitzt und mit spitzestem humor (oder zumindest dem, was er dafuer haelt) den maverick gebe, zurechtluegen zu koennen. er *moechte* gern, dass ihm etwas “uebel genommen” wird – so sehr, dass er den beleg dafuer, dass niemand ihm was uebelnimmt, einfach geflissentlich ignoriert. eine schoene illustration dessen, was wirklich hinter dem ganzen maertyrerquatsch bereits auf dieser harmlosen ebene steckt: heisse luft, einfaeltigkeit und selbstverliebtheit. und wenns sein muss, erzaehle ich den leuten einfach unwahren dreck, wenn es nur meiner sache dient. das passt alles zu den luegen, die das christenvolk dieser tage vezapft, dass sie verfolgt werde, “ausgerottet” werden solle, kirchen zertruemmert wuerden, oder – besonders perfide, dass irgendwer dazu aufgerufen habe, bischoefe zu “vergasen”. das alles findet natuerlich nur in der kranken phantasie der reaktionaeren fundamentalisten statt, die mit der faust in der tasche hoffen, sich bald umso “adaequater” fuer diese halluzinierte misshandlung in heller und pfennig raechen zu koennen.

über mich äußert, dessen Kommentare werde ich hier nie freischalten.

Die Wortspenden nehme ich weiterhin dankend entgegen und entsorge sie via Spamfilter im Nirwana des Internet.



Die Wandlung des Herrn S. aus T.
Samstag, 24. April 2010, Samstag, 24 April 2010, 21:49:30 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

Gestern in der Lesung:

Ein Herr S. aus T. wohnhaft in J. Schüler von G. (einem der rennomiertesten Professoren und Mitglied im Hohen Rat) wütet gegen die Christen und verbreitet Angst und Terror.
Auf der Woge des Erfolges schwimmend, erbat er sich die Erlaubnis auch in D., wo ebenfalls Christen lebten, diese zu verhaften und zu verfolgen.

Wir wissen alle wie die Geschichte ausgeht.
Herr S. aus T. hat sein Damaskuserlebnis, wird fortan (in der griechischen Weise seines Namens) Herr P. genannt und öffnet dem Evangelium den Weg in die hellenistische und römische Welt.

So kann das kommen …

Das war die Kurzform, hier das Original, wie es Lukas aufgeschrieben hat:

Saulus wütete immer noch mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohenpriester
und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des (neuen) Weges, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen.
Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, daß ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte.
Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich?
Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst.
Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst.
Seine Begleiter standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemand.
Saulus erhob sich vom Boden. Als er aber die Augen öffnete, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein.
Und er war drei Tage blind, und er aß nicht und trank nicht.
In Damaskus lebte ein Jünger namens Hananias. Zu ihm sagte der Herr in einer Vision: Hananias! Er antwortete: Hier bin ich, Herr.
Der Herr sagte zu ihm: Steh auf und geh zur sogenannten Geraden Straße, und frag im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus. Er betet gerade
und hat in einer Vision gesehen, wie ein Mann namens Hananias hereinkommt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sieht.
Hananias antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört, wieviel Böses dieser Mann deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat.
Auch hier hat er Vollmacht von den Hohenpriestern, alle zu verhaften, die deinen Namen anrufen.
Der Herr aber sprach zu ihm: Geh nur! Denn dieser Mann ist mein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen.
Ich werde ihm auch zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muß.
Da ging Hananias hin und trat in das Haus ein; er legte Saulus die Hände auf und sagte: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg hierher erschienen ist; du sollst wieder sehen und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden.
Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen, und er sah wieder; er stand auf und ließ sich taufen.
Und nachdem er etwas gegessen hatte, kam er wieder zu Kräften. Einige Tage blieb er bei den Jüngern in Damaskus;
und sogleich verkündete er Jesus in den Synagogen und sagte: Er ist der Sohn Gottes.
Apg 9,1-20

Liebe Deine Feinde, sagt Jesus, bete für die, die Dich hassen.

Das bekommt hier noch mal einen ganz neuen Aspekt, denn wer weiß schon, was morgen sein wird.



Adsum
Samstag, 24. April 2010, Samstag, 24 April 2010, 21:15:44 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

Ein sehr gelungenes Filmprojekt auf das ich sehr gerne hinweise, ist


Adsum
Die demütige Liebe ist die größte Kraft der Welt.
Ein Film zum Priesterjahr.

Adsum ist die Antwort, die ein Priesteramtskandidat bei der Weihe gibt.

Informationen über den Film und Bestellung der DVD auf adsum2010.org

Ganz persönliche Glaubenszeugnisse von Priestern stehen im Mittelpunkt des Films. Verschiedene Priester kommen zu Wort. Eines ist ihnen allen Gemeinsam und das bringen sie, jeder auf seine Art, sehr gut zum Ausdruck: Christus ist die Mitte ihres Lebens. Aus ihm heraus leben sie, ihn verkündigen sie.

Ganz besonders beeindruckt hat mich das Zeugnis einen 1913 geborenen Priesters, der in KZ Dachau gesperrt wurde, weil er für polnische Zwangsarbeiter die Hl. Messe gelesen hat. Er erzählt auch von der Priesterweihe des sel. Karl Leisner, der im KZ Dachau heimlich die Priesterweihe empfangen hat.

Es ist ein Film, der sich lohnt und der mit einer Spieldauer von 28 Min. auch sehr gut in der Jugendarbeit eingesetzt werden kann, um über den Priesterberuf aber auch über die ganz persönliche Berufung jedes Christen ins Gespräch zu kommen.



Bomben und Morddrohungen
Donnerstag, 22. April 2010, Donnerstag, 22 April 2010, 23:32:44 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

… wird es mit uns nicht geben.

Auch wenn die Enttäuschung groß ist.

Maria Magdalena hat in ihrem Blog angeregt, wie eine katholische Guerillataktik aussehen kann:

Nein, ich rufe nicht auf, Brand- oder Sprengsätze in die Titanic-Redaktion zu werfen; ich werden dem OStA auch keine dampfende K…. in den Briefkasten applizieren (Lust hätte ich schon … :oops: ) und der Chefredakteur muss sich auch nicht mit Morddrohungen auseinandersetzen, wie gewisse dänische Redakteure nach der Veröffentlichung gewisser Karikaturen.

Mein Vorschlag: Wir beten, für den Herrn OStA und die Dummköpfe von “Titanic”. In der vorpfingstlichen Zeit könnte das vielleicht eine “Heilig-Geist-Novene” für die Frankfurter Staatsanwaltschaft sein, und eine zum Herz-Jesu-Freitag am 7. Mai (beginnend dann am 29. April).

Diesem Aufruf schließe ich mich gerne an und ich bitte auch andere Blogger um Unterstützung.



Aus gegebenem Anlaß
Donnerstag, 22. April 2010, Donnerstag, 22 April 2010, 22:54:12 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

Einem freundlichen Menschen, der an völlig unerwarteter Stelle immer wieder Werbung für meine Artikel und Blogeinträge macht, sei an dieser Stelle mal ein herzliches

Vergelt’s Gott

gesagt.

(*seufz* vermutlich wird er mir das übel nehmen … )



Es ist keine gute Sache
Donnerstag, 22. April 2010, Donnerstag, 22 April 2010, 22:31:01 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

… wenn ein Bischof zurücktreten muß, weil der öffentliche Druck auf ihn so groß wird, daß Mitbrüder im bischöflichen Amt ihm öffentlich den Rücktritt nahelegen. Was auch immer passiert ist, was auch immer er getan hat, er ist und bleibt – auch nach seinem Rücktritt als Diözesanbischof – ein Bischof der römisch- katholischen Kirche. Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn er um einen Koadjutor gebeten hätte, statt sein Rücktrittsgesuch einzureichen. Doch das zu entscheiden ist nicht an mir.

Es weht ein heftiger Sturm dieser Tage in der und um die Kirche. Uns, dem gewöhnlichen Fußvolk in der ecclesia militans pustet er ganz schön heftig und frontal ins Gesicht. Hass und Häme schlagen uns nicht nur in virtuellen Räumen entgegen. Wenn wundert es bei dieser aufgepeitschten Stimmung. (Woran erinnert mich das nur? )

Warum, so frage ich mich, freuen sich die Feinde der Kirche, wenn ein Bischof stürzt? Sie werden es vermutlich selber nicht wissen, jedenfalls nicht den wahren Grund, warum sie sich so diabolisch freuen. Aber sie freuen sich zu früh. Das Bistum Augsburg wird, falls der Papst das Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa annimmt, einen neuen Bischof bekommen und der wird auch katholisch sein.

Eines macht mich nachdenklich an dieser Geschichte, wenn ein Bischof auf Druck der veröffentlichten Meinung gestürzt werden konnte, dann wird das ab jetzt wohl öfter gelingen, “mal einen abzusägen”. Geben wir uns keinen Illusionen hin, es ist eine Grenze überschritten worden.

Eine dreiste Verhöhnung Christi, das blasphemische Titelblatt der “Titanic”, bleibt zumindest von staatlicher Seite ohne Konsequenzen. Gegen die Macher der “Titanic”, die sich laut eigener Webseite nun “Das endgültige Blasphemiemagazin – Pflichtblatt für Gotteslästerer” nennt, wird von der Staatsanwaltschaft nicht ermittelt werden. So sei es denn. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich es nicht wirklich erwartet. Einen Versuch war es dennoch wert, obwohl das Ergebnis ist sicher eine Ent-täuschung ist. Diese aber nimmt, wie sie schon sagt, eine Täuschung weg.

Die erwarteten Entwicklungen, die das, was von der Vokskirche noch übrig ist, radikal hinwegfegen werden, nehmen rasante Fahrt auf. Man könnte fast atemlos werden, bedenkt man, wie langsam historische Prozesse ansonsten ablaufen.



Ein Phänomen und ein Versuch, einen Begriff und eine Beschreibung zu finden
Dienstag, 20. April 2010, Dienstag, 20 April 2010, 21:51:40 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

Unverhofft kommt oft …

Am vergangenen Samstag ergab sich ziemlich spontan ein Schreibgespräch auf facebook.
Von mehreren Freunden bin ich gebeten worden, das doch noch einmal in einer etwas dauerhafteren Form zu dokumentieren, als es ein Pinwand- Dialog sein kann.

So habe ich mich dazu entschlossen, den ganzen Strang mit Erlaubnis aller Beteiligten hier zu übernehmen.

Peter Esser
Nach dem Weltbild des Vulgäratheisten ist Gottlosigkeit die einzig vernünftige Sicht der Dinge. Wer glaubt, ist nur zu dumm, seine Vernunft zu gebrauchen. Daher muß man sich sich hüten, dem Glaubenden auch nur in der kleinsten Sache Recht zu geben. Wenn der Glaubende sagt, eins und eins mache zwei, heißt es von ihm, er… sage dies nur, weil der Papst es ihm geboten habe.
Gepostet am 17.4.2010 um 9:45

Peter Winnemöller
Ist das so?
Ich weiß es nicht.
Ich habe ja den Begriff “Vulgäratheismus” geprägt, um dieses Phänomen begrifflich zu erfassen, das uns in der Protestgruppe gegen das Titanic – Cover begegnete. Nun ist das für mich und viele andere kein neues Phänomen, daß es Menschen gibt, die ein abgrundtiefes, radikales Mißtrauen gegen die Kirche und alles, was sie tut und sagt, haben und pflegen.
Dabei ist dieses geprägt von einer zuweilen beeindruckenden Ahnungslosigkeit gepaart mit völliger Aufklärungsresistenz.

Ein Beispiel:
So behauptet jemand, ein Priester könne alles tun (i.e. jedes Verbrechen begehen) müsse das nur bei seinem Bischof beichten, dann wäre alles vergeben und wegen des Beichgeheimnisses könne ihm gar nichts passieren.

Und das ist nur ein Beispiel für viele solcher irrigen Annahmen.

Wie, so frage ich mich soll man dagegen ankommen?
1. Ein Priester darf gar nicht bei seinem Bischof beichten. Wie macht man denen das klar?

2. Sowohl der Priester als auch Bischof sind Staatsbürger und garantiert nicht qua Amt vor Strafverfolgung geschützt.
Das kapieren die nicht.

3. Aspekte wie Reue, Umkehrwille etc., die zur Beichte gehören, sind gar nicht im Blick. Wenn das so wäre: Ich lege einen um, gehe beichten … alles wieder gut; lege einen um, gehe beichten … alles wieder gut …
ist es aber nicht! Wie macht man denen das klar?

Erklärt man das so, wie ich oben, mit gaaanz, gaaanz einfachen Worten, die im Grunde jeder verstehen müßte, fragen sie nicht etwa nach, bei den Punkten, die etwa unklar sein könnten, sondern sie ignorieren das Gesagte und stellen sofort die nächste Unterstellung in den Raum.

Was ich damit sagen will und warum ich “Vulgär” vorangestellt habe, ist der Umstand, daß nicht im geringsten reflektiert wird. Man hört nicht aufeinander und setzt sich mit den Gedanken des anderen nicht auseinander.

Stattdessen folgt auf sachliche Erklärungen oft nichts anderes als Beleidigungen, Hass, abgrundtiefer Hass, Unterstellungen etc.

Für mich selber bin ich zu folgender Hypothese gekommen:

Wir als Christen haben in der Regel ein recht kohärentes Weltbild, das es uns erlaubt, Erfahrungen und Erlebnisse systematisch zu erfassen und in unser Denken einzugliedern. Dabei sind wir es gewohnt, zunächst unverstandenes gedanklich offen zu lassen, d.h. damit zu leben, nicht sofort auf alles eine Antwort zu haben.

Wir begegnen in den Vertretern dieses von mir sogenannten “Vulgäratheismus” Menschen, die ein völlig inkohärentes Weltbild haben, was praktisch heißt, daß Ideen, Meinungen, Theorien, Erlebnisse, Erfahrungen grundsätzlich nur relativ existieren. Offene Fragen verlangen eine sofortige Beantwortung, die in unserem speziellen Fall unabhängig von Wahrheit oder Tatsachen direkt zu einem Urteil kommt, das Axiom: “Die Kirche und alles, was auch nur entfernt damit zu tun hat kann nur schlecht sein.” untergeordnet ist.

Das ist nur ein vorsichtiger Versuch, das Phänomen vorläufig zu beschreiben, mithin eine Arbeitshypothese, die (keine Ahnung wie) gerne weiter prüfen möchte, was nicht so ganz einfach sein wird, denn es handelt sich nicht um eine homogene Gruppe.

Bestätigt haben sie in jedem Falle den schönen Satz: Es ist erstaunlich, was man alles glauben muß, wenn man glaubt, nichts zu glauben.
Gepostet am 17.4.2010 um 10:38

Hedda Acker
Vielleicht ist meine Lesekompetenz Samstag vormittags eingeschränkt, aber ich sehe da keinen Wiederspruch. Das ist übrigens schon ein fast druckreifer, kleiner Essay mit ein paar ganz, ganz kleinen Spitzen. Sehr schön.
Gepostet am 17.4.2010 um 11:09

Peter Winnemöller
Es mehr eine Ergänzung als ein Widerspruch. Die war nur ein Zeichen meiner eigenen Frage, wie ich das einordnen will.
Wenn ich Zeit habe, blogge ich heute noch darüber.
Gepostet am 17.4.2010 um 11:11

Bettina M. Kreissl Lonfat — (Bettinas Weblog )
Der Ausdruck ist bestimmt erleuchtend, für mich allerdings greift er zu kurz und suggeriert viel mehr, als da eigentlich zu finden ist. Vulgarisierend ist auch Feld-Wald- und Wiesen Atheismus auch dann nicht, wenn das Dummchen in der Strasse seine Toleranzparolen versteht. Als ob da in einer ‘akademischen’ Version des (per definitionem militanten) Atheismus mehr Diskursethik oder konkreter Dialog enthalten wäre und der Vulgäratheiusmus lediglich eine vereinfachte und daher doch nicht ganz ernst zu nehmende Version wäre. (Ich unterstelle hier in keinster Weise, dass dies bei Dir, Peter, oder Herrn Winnemöller der Fall ist, weise aber auf die Begriffsextension hin, die eine solche Ansicht erlaubt.)

Die vorhergehende Betrachtungen sind korrekt dargelegt und analysiert, aber der letzte Schritt der Synthese fehlt ganz klar: warum besteht denn eine Belehrungsresistenz? Warum wird aus dem Diskurs der einen Seite, Dogma auf der anderen gelesen?

Die Antwort ist so banal und enttäuschend, wie die Zeit in der wir leben: heute bedeutet ‘meine Meinung’ automatisch und eineindeutig (sic!) ‘meine/die Realität’. … Mehr anzeigen

Als Christen werden wir in einem Sinn- und Realitätsgebilde gross, das nicht von unserer persönlichen Meinung oder der sozialen Realisierung abhängig ist. Für uns ist die Welt auf eine ganz bestimmte Weise, und sie ist real so, und als intelligente Wesen ist es unsere Aufgabe sie in dieser Realität zu erfahren und erkennen, darin zu arbeiten und das caritative Werk Christi zu realisieren.

Wenn Fundamentalethik nur noch aus dem menschlichen Zentrum kommt, dann stellt man auch schnell fest, dass sich die Realität so biegen lässt, wie es passt. Und da Eigeninitiative für Wissen und Argumentation anstrengend ist, reicht es dann auch völlig aus, die Realität des bevorzugten Promis, Lamas, Aufklärungsjournalisten oder geifernden Atheistenautor anzunehmen. Die haben die Arbeit des Nachdenkens doch schon gemacht, was soll man sich denn dann nochmals dran machen und Zeit verspielen? Ist doch völlig überflüssig.

Daher stösst auch jeglicher Aufklärungsversuch oder Erklärung der kirchlichen oder gar spirituellen Realitäten auf taube oder gar zementierte Ohren.

Uns kann es eigentlich egal sein, schliesslich sind wir nicht angehalten unsere Mission über die Ohren zu realisieren, sonder durch unsere Taten ein christliches Leben auszustrahlen. Letztendlich wird dies das Einzige sein, was uns vom den Schwätzeratheisten oder Weltethos-Predigern à la Küng unterscheidet: Christen handeln jeden Tag nach ihrer Meinung und Realität, statt nur darüber zu diskutieren.
Gepostet am 17.4.2010 um 11:16

Peter Winnemöller
Eine Vereinfachung liegt in Vulgäratheismus schon zu Grunde, denn Argumentationsmuster sind erschreckend schlicht. An eine Verharmlosung im Sinne von “nicht so ernst zu nehmen” habe ich in der Tat in keinem Augenblick gedacht.

Den letzten Schritt der Synthese habe ich bewußt offen gelassen. Auch sehe die zementierten Ohren, durch die nichts ins Denken vordringen kann, das der Grundannahme “Böse Kirche” widerspricht.

Und auch dem letzten Absatz kann ich vorbehaltlos zustimmen. Dennoch findet – und das gibt die Einschränkung “nur” in dem Satz: “…, statt nur darüber zu diskutieren.” sehr gut wieder – Verkündigung auch durch Worte statt. Bewegen wir uns in sozialen Netzwerken, in Foren, Kommentarbereichen von Onlineausgaben verschiedener Zeitschriften und Weblogs, so findet die Begegnung mit Menschen an dieser Stelle fast ausschließlich durch Worte statt. Ein Rückzug von Christen aus dem Web 2.0 oder ein Rückzug auf christliche Inseln ist für mich nicht denkbar, insofern findet Begegnung auch mit den Vertretern dieses von so genannten “Vulgäratheismus” statt. Auch wenn ich die direkte Konfrontation vielleicht nicht suche, was für viele Christen schon aus reinem Selbstschutz nicht tun sollten, da es Nerven in größerer Zahl kostet, so kann man sie dennoch nicht immer vermeiden. … Mehr anzeigen

Mein Versuch zu verstehen, wäre für mich der letzte Schritt der Synthese. Verstehen hieße für mich dann aber auch, im nächsten Schritt ein Verhaltensmuster zu entwickeln, das mir (in den gegebenen und bekannten Grenzen) den Dialog _und_ persönliche Abgrenzung ermöglicht. Denn auch das ist eine Erkenntnis, die im Dialog zu berücksichtigen ist: Sie trennen nicht zwischen Person und Sache.

… und jetzt ruft mein Mittagessen …
Gepostet am 17.4.2010 um 12:09

Andrea Imbsweiler
(Ihr habt hier eine kleine Perle geschaffen, die ich grade zufällig entdecke. Ich werd mir das in eine Datei kopieren, aber vielleicht kann jemand von Euch das auch online dokumentieren? Blogs wären ja reichlich vorhanden.)
Gepostet am 18.4.2010 um 09:43

Peter Esser
Bettina und Peter, herzlichen Dank!
Gepostet am 18.4.2010 um 0:30 Uhr



Wir sind traumatisiert
Montag, 12. April 2010, Montag, 12 April 2010, 22:47:17 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

Noch im Streite um Satire oder Nichtsatire, das war unsere Frage, traf der Schock uns tief in die Glieder. Betrauerten wir noch den Niedergang der deutschen Satirekultur, welcher sich in einem obszönen Titelbilde, das auf einer sich selbst für eine Satirezeitschrift haltenden Schmähpublikation prangt, manifestierte da ereilte uns die schauerliche Nachricht.
Wir sind abgehängt, ja geradezu deklassiert worden.

In den Stunden, in denen wir noch stritten und rangen, was denn nun Satire sei. Zu einer Zeit, da wir mit erschrecken zur Kenntnis nahmen, wie sich Leo Fischer nicht entblödete einzugestehen, er habe gar keine Satire gemacht, da zeigt uns ein Brite, wo der satirische Bartle den Most holt.

Mit einer an Ernsthaftigkeit nicht zu überbietenden Miene verlangt der britische Satiriker Richard Dawkins die Verhaftung Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch im Vereinten Königreich.

Wir waren sprachlos, erschüttert und unfähig noch etwas zu erwidern. Das Lachen brach sich nur müsam Bahn.
Doch jetzt, mit dem Abstand eines Tages können wir nur neidlos gratulieren. Die Briten haben es uns gezeigt. Nur im Lande Monty Phytons, in dem ein Ministry of Silly Walks fester Bestandteil der Regierung ist, kann solch eine Satire wachsen. Nur im Mutterlande des tiefschwarzen Humors ist es möglich, einen solchen Coup zu landen.

Die deutsche Satireszene ist blamiert.
Gerüchte um den Rücktritt Leo Fischers konnten noch nicht bestätigt werden.
In Stenkelfeld wurde Staatstrauer ausgerufen.
Die Scheibenwischer tauschen derzeit ihre Blätter aus
und Harald Schmidt wird wohl künftig nur noch im schwarzen Anzug gesenkten Hauptes moderieren können.

Gentlemen, sie haben uns gezeigt wie es geht.
Die Titanic ist peinlich am Felsen Dover zerschellt.

Aber wir wollen fair sein:

United Kingdom 12 Points.