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Wer würde einen solchen Rat verschmähen?
Von kontemplativem Gebet bin ich noch Lichtjahre entfernt. Dennoch suche ich sie immer wieder auf, jene Wüste, welche Fratello Carlo uns rät, sie aufzusuchen. Da ich weder Kleiner Bruder bin noch dem Jet-set angehöre, ist es weniger die Sahara, sondern eher ein Wüste in unseren Breiten.

So habe ich mich für fünf Tage in die Abtei Mariawald in der Eifel zurückgezogen. Mariawald ist das einzige Trappistenkloster in Deutschland. Die Trappisten sind reformierte Zisterzienser, die ihrerseits reformierte Benediktiner sind. Und wo nach der Benediktusregel gelebt wird, dort fühle ich mich auch wohl.
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eine Buchhandlung und eine Likörfabrik betreiben, ist es dort sehr still. Auch sieht man der Abtei von außern auf den ersten Blick gar nicht an wie viele Betriebe sie in ihren Mauern untergebracht hat. Erst auf den zweiten Blick erkennt man wie groß das Areal hinter der Klostermauer ist. Die Betriebe berühren die Stille im Kloster so gut wie gar nicht. Ohnehin schließen die Gastronomie und die Läden um 19 Uhr, so daß zur Komplet rund um das Kloster, das tagsüber ein beliebtes Ausflugsziel ist, Ruhe einkehrt. Im Gästehaus bekommt man auch tagsüber von dem Trubel nichts mit.
So kommt man dort sehr gut zur Ruhe. Unabdingbar für Tage der stillen Einkehr und des Gebets. Unser Alltag in Beruf und Freizeit ist laut und hektisch genug, so daß es sinnvoll ist, zuweilen die Stille zu suchen. Der geregelte Tagesablauf, welcher durch die Gebetszeiten unterteilt ist, tut ein übriges, um sich auf Gott einlassen zu können. Das Gebet wird dann weniger aktiv, sondern mehr ein passives Zulassen. Wenn ich nur da bin, dann ist da auch Gebet. Gott wartet auf mich, auch wenn ich gerade mal wieder mit meinen Gedanken ausweiche. Zuhause, Büro, Freizeit, Hobbys und vieles mehr versuchen sich einen Platz in meinem Kopf zu erobern, wenn ich beginne mich für das Gebet zu öffnen. Der ganze Alltag kommt eben doch mit ins Kloster und will sich vordrängeln statt auf seinem Platz zu bleiben. Gerade deshalb nehme ich mir die Zeit der Stille, um alles zu sortieren, damit die Dinge meines ganz normalen Lebens wieder ihren Platz einnehmen und sich im Leben, d.h im Alltag auf Gott hin ordnen.
Immer wieder verirrten sich auch Touristen in die Horen, zumeist in die Sext und die Non. Es war sehr interessant zu beobachten, wie das Chorgebet der Mönche auf die Menschen wirkt. In der Tat lassen sich viele von der Ruhe – wenigstens für einen Moment – einfangen. Besonders beeindruckt sind häufig die Kinder. Viele versuchen sogar die Psalmen in den ausliegenden Ringordnern mitzulesen. So saßen an einem Tag zwei Jungs, die offensichtlich einen Schulausflug mit ihrer Klasse nach Mariawald machten, neben mir in der Kirche. Als ich merkte, daß sie lange Hälse machten, um in meinem Stundenbuch die Seiten erkennen zu können, habe ich ihnen das Buch immer wieder hingehalten und die Seiten gezeigt, was sie mit einem dankbaren Lausbubengrinsen quittierten.
Der Tagesablauf im Kloster Mariawald war für mich schon eine echte Herausforderung. Um 4:00 Uhr morgens beginnt der Tag mit den Vigilien. Das ist früh, wirklich sehr früh!!!
Doch endet der Tag mit der Komplet schon um 19:30 Uhr. So kann man um 20:30 Uhr schon schlafen, was sich angesichts des nächsten Morgens durchaus empfiehlt.
Das Chorgebet mit seinen Psalmen und Hymnen macht mir immer sehr viel Freude.
Eine Eucharistiefeier ohne Orgel, nur mit dem von den Mönchen gesungenen Choral, ist für mich der reine Genuß. Kein „Gedudel“ (alle Organisten, die mich kennen mögen mir verzeihen) während der Kommunionausteilung. Keine Hektik oder Experimente in der Liturgie – statt dessen ist alles straff und klar gegliedert ohne Schnörkel, dabei dennoch feierlich.
So kann ich die Liturgie gut mitfeiern.
An Fronleichnam war nach dem Hochamt (und der kürzesten Fornleichnamsprozession meines Lebens) bis nach der Vesper Eucharistische Anbetung. Selten habe ich ein so schönes Fronleichnamsfest gefeiert.
Da ich gerne fotografiere, hat es mir viel Freude gemacht, ein paar Fotos rund um die Abtei zu machen.
Ich hoffe ich konnte ein wenig von der Stimmung einfangen.
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Abteikirche im Gegenlicht am frühen Morgen |
Abteikirche Innenansicht |
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| Fenster Westwerk | Kreuzwegstation |
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| Pforte | Kreuz im Gästehaus |
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| Rundbeet vor dem Kloster | Eines der beiden “Klosterpferde” |
Den Mönchen der Abtei Mariawald danke ich sehr herzlich für die liebevolle Aufnahme in ihrem Kloster und für die Möglichkeit diese Tage dort verbringen zu dürfen. Ich freue mich schon sehr auf meinen nächsten Besuch in Mariawald. Alle Leser bitte ich, mit mir in den nächsten Tagen besonders für Dom Josef zu beten, der am Hochfest Peter und Paul zum Priester geweiht wird .
Die Abtei Mariawald im Internet










