Pro-life-Marsch 2006
Donnerstag, 13. Juli 2006, Donnerstag, 13 Juli 2006, 13:06:42 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

Gerne weise auch ich auf den

Pro-life-Marsch 2006

hin.

Vom 15. Juli bis 5. August 2006 Marschieren Jugendliche unter dem Motto

Wie weit würdest Du gehen, um ein Menschenleben zu retten?

von Salzburg nach Wien.

Informationen gibt es hier.

Zur Vorbereitung des Marsches gibt es in einem
Blog, der von “Jugend für das Leben” betreut wird:

http://www.plm06.blogspot.com/



Benedikt von Nursia
Dienstag, 11. Juli 2006, Dienstag, 11 Juli 2006, 11:50:19 Uhr
Abgelegt unter: Vorbilder im Glauben | Tags: , ,

Heute, am 11. Juli, feiert die Kirche das Fest des Heiligen Benedikt von Nursia.

Obwohl ich kein Mönch bin, hat der Heilige Benedikt für mich eine besondere Bedeutung. Wäre ich Mönch, so könnte ich nur Benediktiner sein.

Benedikt wurde ca. 480 in Norcia geboren. Er und seine Schwester Scholastika waren Kinder einer vornehmen Familie. Benedikt studierte in Rom und zog sich, entsetzt vom Verfall der Stadt, später in die Einsamkeit zurück. Schon früh stand er im Ruf der Heiligkeit. Das 2. Buch der Dialoge Gregors des Großen berichtet von Benedikt und seinen Taten. Schon früh steht er im Ruf der Heiligkeit und wirkt viele Wunder durch seine Frömmigkeit.

Nach verschiedenen Stationen gründet Benedikt schließlich das Kloster Montecassino, wo er 529 einzieht und seine Regel schreibt. Er wird damit zum Vater des Abendländischen Mönchtums. Benedikt ist der Patron Europas. Damit ist er für mich auch ein Vater für uns, die wir in der Welt leben. Seine Regel vermag auch mir, der nicht im Kloster lebt, Impulse für mein Leben zu geben. Vor einigen Jahren sagte mir jemand, ich möge doch mal das Kapitel über den Abt nehmen und an jeder Stelle das Wort „Abt“ durch das Wort „Chef“ ersetzen. Ein interessanter Gedanke, der sich mit der „Suchen-Ersetzen-Funktion“ einer Textverarbeitung leicht umsetzen läßt. Das Ergebnis war beeindruckend. Hier ein paar Auszüge:

1. Der Chef, der würdig ist, einem Betrieb vorzustehen, muss immer bedenken, wie man ihn anredet, und er verwirkliche durch sein Tun, was diese Anrede für einen Oberen bedeutet.
2. Der Glaube sagt ja: Er vertritt im Betrieb die Stelle Christi; wird er doch mit dessen Namen angeredet

6. Der Chef denke immer daran, dass in gleicher Weise über seine Lehre und über den Gehorsam seiner Jünger beim erschreckenden Gericht Gottes entschieden wird.
7. So wisse der Chef: Die Schuld trifft den Hirten, wenn der Hausvater an seinen Schafen zu wenig Ertrag feststellen kann.

16. Der Chef bevorzuge im Betrieb keinen wegen seines Ansehens.

23. Wenn der Chef lehrt, halte er sich immer an das Beispiel des Apostels, der sagt: “Tadle, ermutige, weise streng zurecht.” Das bedeutet für ihn:
24. Er lasse sich vom Gespür für den rechten Augenblick leiten und verbinde Strenge mit gutem Zureden. Er zeige den entschlossenen Ernst des Meisters und die liebevolle Güte des Vaters.

30. Der Chef muss bedenken, was er ist, und bedenken, wie man ihn anredet. Er wisse: Wem mehr anvertraut ist, von dem wird mehr verlangt.
31. Er muss wissen, welch schwierige und mühevolle Aufgabe er auf sich nimmt: Menschen zu führen und der Eigenart vieler zu dienen. Muss er doch dem einen mit gewinnenden, dem anderen mit tadelnden, dem dritten mit überzeugenden Worten begegnen.
32. Nach der Eigenart und Fassungskraft jedes einzelnen soll er sich auf alle einstellen und auf sie eingehen. So wird er an der ihm anvertrauten Herde keinen Schaden erleiden, vielmehr kann er sich am Wachsen einer guten Herde freuen.
33. Vor allem darf er über das Heil der ihm Anvertrauten nicht hinwegsehen oder es geringschätzen und sich größere Sorge machen um vergängliche, irdische und hinfällige Dinge.
34. Stets denke er daran: Er hat die Aufgabe übernommen, Menschen zu führen, für die er einmal Rechenschaft ablegen muss.
35. Wegen des vielleicht allzu geringen Klostervermögens soll er sich nicht beunruhigen; vielmehr bedenke er das Wort der Schrift: “Sucht zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, und dies alles wird euch dazugegeben.”
36. Ein anderes Schriftwort sagt: “Wer ihn fürchtet, leidet keinen Mangel.”
37. Der Chef muss wissen: Wer es auf sich nimmt, Menschen zu führen, muss sich bereithalten, Rechenschaft abzulegen.
38. Er sei sich darüber ganz im klaren: Wie groß auch die Zahl der Brüder sein mag, für die er Verantwortung trägt, am Tag des Gerichtes muss er für sie alle dem Herrn Rechenschaft ablegen, dazu ohne Zweifel auch für sich selbst.
39. Immer in Furcht vor der bevorstehenden Untersuchung des Hirten über die ihm anvertrauten Schafe, sorgt er für seine eigene Rechenschaft, wenn er sich um die anderen kümmert.
40. Wenn er mit seinen Ermahnungen anderen zur Besserung verhilft, wird er selbst von seinen Fehlern geläutert.

Ein interessante Ergebnis, nicht wahr? Doch mehr als ein Versuch zu schauen, was dabei herauskommt, kann das zunächst einmal nicht sein. Nun ist der Abt der Vorsteher eines Kloster dessen Bewohner sich selber ebenfalls der Regel unterstellen, was ich von Mitarbeiter(inne)n nicht unbedingt erwarten kann. Nicht einmal den christlichen Glauben kann ich voraussetzen. Und dennoch gibt mir Benedikt ein Handwerkszeug, mit dem ich meine Aufgabe wahrnehmen kann. Treibe ich diesen Versuch zu weit, mache ich mir einen Benedikt light und eine Regula light. Sinn ergibt sich aus so einem Experiment erst dann, wenn ich mir klar mache, daß Benedikts Absicht ist, denen, die Gott aufrecht suchen, einen Handlungskanon zu geben.

So schreibt er in der Aufnahmeordnung im 58. Kapitel:

7. Man achte genau darauf, ob der Novize wirklich Gott sucht,

Das ist an vielen Stellen sichtbar, die Quintessenz der Benediktusregel.

Die Suche nach Gott.

Der Mönch sucht Gott im klösterlichen Leben. Wir, die wir in der Welt leben müssen oder dürfen Gott dort suchen wo wir sind. Am Arbeitsplatz, in der Familie, in der Freizeit mit Freunden, beim Sport …

Wir haben die Aufgabe in der Welt zu leben und dort Zeugnis zu geben. Wenn mir ein Mönchsvater dabei helfen kann, warum nicht?

So suche ich auch immer wieder benediktinische Klöster auf, um dort aufzutanken.

Wer nun glaubt diejenigen, die „Unter Abt und Regel streiten“, seien die Profis und wir die Amateuere, der lese Reg. 78,1

Diese Regel haben wir geschrieben, damit wir durch ihre Beobachtung in unseren Klöstern eine dem Mönchtum einigermaßen entsprechende Lebensweise oder doch einen Anfang im klösterlichen Leben bekunden.
[Hervorhebung von mir.]

Anfänger!
Alles Anfänger!
Nein, liebe Brüder und liebe Schwestern in den Benediktiner-, Cistercienser- und Trappistenklöstern, Eure geistliche Kompetenz, Eure Weisheit und Eure Frömmigkeit will ich Euch nicht absprechen.
Doch wenn ihr Anfänger seit, was bin ich dann?

Die Vesper des heutigen Tages werde ich im Benediktinerinnenkloster meines Vertrauens feiern, obwohl ich weiß, daß dort der Heimgang unseres Heiligen Vaters Benedikt (Benedikt in den Fasten) am 21. März gefeiert wird. Das ist deren Benediktsfest, wir in der Welt haben unseres heute.

Links zu Benedikt

Benediktiner im deutschen Sprachraum

Benedikt im Heiligenlexikon.de



Wallfahrt von Osnabrück nach Telgte
Montag, 10. Juli 2006, Montag, 10 Juli 2006, 13:07:45 Uhr
Abgelegt unter: katholisches

In diesem Jahr fand die 154. Wallfahrt der Osnabrücker Gemeinden nach Telgte statt. Seit 154 Jahren gehen Pilger den Weg von Osnabrück nach Telgte zum Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter. Diese ununterbrochene Tradition erfreut sich großer Beliebtheit. In diesem Jahr gingen 9000 Pilger mit. Der Wallfahrtszug hat eine Länge von über zwei Kilometern. Um sich das einmal zu veranschaulichen, stelle man sich folgendes vor: Das letzte Teilstück von Ostbevern nach Telgte sind 6 km. Wenn die letzten Pilger Ostbevern verlassen haben, müssen die ersten Pilger nur noch 4 km laufen, bis sie am Ziel sind. Wer vorne im Wallfahrtszug geht und sich auf dem letzten Teilstück in einer langgezogenen Kurve umblickt, kann das Ende des Zuges nicht erkennen.

Es ist ein ganz eigenes Erlebnis, wenn beim Einzug in Telgte aus 9000 Kehlen gleichzeitig „Großer Gott wir loben Dich“ und das Telgter Wallfahrtslied erschallt. Dann haben ein nicht ganz kleiner Teil der Pilger einen Fußmarsch von 45 km hinter sich. Die Wallfahrt beginnt mit den Pilgermessen in St. Johann und St. Josef in Osnabrück um 1:30 Uhr am Samstag morgen. Um 3:00 Uhr startet die Wallfahrt in Osnabrück an der Iburger Straße. Von dort geht es über Nahne, Georgsmarienhütte/ Oesede, Bad Iburg, Glandorf, Oedingberge, Ostbevern nach Telgte. Jeweils an der Klause Bad Iburg, in Glandorf sowie in Oedingberge, wo an der Klause ein Wortgottesdienst mit Predigt gehalten wird und in Ostbevern sind Pausen. Die Wallfahrt erreicht Telgte um 15:40 Uhr am Samstag nachmittag. Wenn sich alle Pilger in Telgte befinden, wir erinnern und zwei Kilometer langer Wallfahrtszug, ist auf dem Platz vor der Kirche eine kurze Andacht mit Anbetung und sakramentalem Segen. Danach begeben sich die Pilger zum Gnadenbild, haben Gelegenheit zur Beichte und zum stillen Gebet.
Am Abend ist um 19:30 Uhr eine Abendandacht. Wenn nicht gerade Fußball WM ist, kehrt dann langsam Ruhe ein. Der nächste Tag beginnt früh. Um 4:30 Uhr ist bereits die erste Pilgermesse in der Kirche, es folgen zwei weitere um 5:30 Uhr und um 6:45 Uhr. Um 8:00 Uhr macht sich der Wallfahrtszug auf den Weg zurück nach Osnabrück. Die Wallfahrt endet mit der Ankunft in Oesede um 19:30 Uhr.

Die Wallfahrt geht auf eine Initiative von Laien zurück, die im Jahre 1852 um die Erlaubnis baten diese Wallfahrt durchführen zu dürfen. Seitdem hat die Wallfahrt in jedem Jahr stattgefunden. Obwohl sie in den Kriegen von 1864-1866 und 1914-1918, während des Kulturkampfes 1872-1882 und in der NS- Zeit von 1938-1944 verboten war, sind immer Pilger in kleinen Gruppen auf Schleichwegen nach Telgte gegangen. Im Jahr 2002 war die 150. Telgter Wallfahrt. Aus diesem Anlaß ging auch der damalige Nuntius Giovanni Lajolo einen Teil des Weges mit. Der Bischof von Osnabrück schenkte dem Gnadenbild in dem Jahr eine Plakette, die es seitdem zur Wallfahrt der Osnabrücker immer trägt.

Heute ist die Wallfahrt organisiert von Wallfahrtsvereinen aus den Gemeinden der Stadt Osnabrück und dem Osnabrücker Umland. Diese Wallfahrtsvereine sorgen unter Federführung des technischen Leiters der Wallfahrt, Karlheinz Schomaker für den reibungslosen Ablauf der Wallfahrt. Eine große Zahl helfender Hände ist nötig, damit dieses Großereignis Jahr für Jahr wieder stattfinden kann. Der Wallfahrtszug wird begleitet vom Malteser Hilfsdienst und vom Roten Kreuz, die den Sanitätsdienst leisten und so manche Blase versorgen. Von den Wallfahrtsvereinen fahren ebenfalls Begleitfahrzeuge mit, Trecker mit Anhänger, die das Gepäck befördern und auch schon mal einen Fußkranken ein Stück mitnehmen.

Auch in diesem Jahr, wie so viele Jahre vorher, bin ich bei der Wallfahrt mitgegangen. Leider konnte ich erst ab Glandorf mitgehen. Doch es kommt nicht auf die sportliche Leistung an, sondern darauf, sich auf den Weg zu machen. Beten mit den Füßen, ist eine gute Umschreibung für eine Fußwallfahrt. Gebetet wird auf dem Weg in der Tat sehr viel. Es wird immer eine Pause von drei Minuten eingehalten, dann folgt ein Gebet wieder drei Minuten Pause dann ein Lied. Im Wallfahrtszug gehen alle paar Meter Vorbeter, die die Wechselgebete leiten und die Lieder anstimmen. Da Gesänge und Gebete immer von hinten aufgenommen werden, betet und singt der Wallfahrtszug (meistens) synchron. Ein eigenes Gebet- und Gesangbuch, das Wallfahrtsbuch (übrigens in sehr handlichem Format) begleitet die Pilger und enthält alles Gebete, Gesänge und Lieder, auch für die Pilgermessen. Die Gebetsordnung steht in einem kleinen Heft, so daß jeder Pilger weiß, was dran ist. Die Teilstrecken sind thematisch ausgerichtet. Die Gebete und Lieder beziehen sich aufeinander und sie stehen irgendwie auch im Zusammenhang mit der jeweiligen Teilstrecke. Am deutlichsten wird dies auf dem Weg von Oedingberge nach Ostbevern, wo der Kreuzweg gebetet wird. Die Pilger sind schon lange unterwegs, die Füße werden schwer und die Strecke geht endlos lang geradeaus. Wer dort den Kreuzweg mit betet, weiß was „beten mit den Füßen“ meint.

Ganz besonders beeindruckt bin ich von der Jugendlichkeit dieser über 150 Jahre alten Wallfahrt. Das Durchschnittsalter der Pilger liegt bei 30 Jahren. D.h. es gehen sehr, sehr viele Jugendliche mit. Erstmals wurde in diesem Jahr ein Zeltdorf aufgebaut, in dem Jugendliche übernachten konnten. Die Schulen und Krankenhäuser standen ebenfalls wieder als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung.
Seit einigen Jahren kommen kurz hinter Ostbevern Kommunionkinder einiger Gemeinden dazu. In diesem Jahr waren ca. 300 Kommunionkinder dabei. Jede Kommunionkindergruppe, die sich einreihte wurde von den Pilgern mit Applaus begrüßt. Auch der Bischof von Osnabrück, Franz Josef Bode ließ es sich nicht nehmen, in diesem Jahr wieder einen Teil des Weges mit zu gehen. Um 15:40 Uhr, wie immer konnte man sich die Uhr danach stellen, erreichte der Wallfahrtszug Telgte.

Für mich war die Wallfahrt nach der Andacht und einem kurzen Gebet beendet und ich mußte nach Hause. Ein herzliches Vergelt’s Gott an einen Malteser aus Alfhausen, der mich von Telgte nach Glandorf zu meinem Auto gefahren hat.

Zum letztenmal nach deinem Bild des Pilgers Aug sich wendet. –
Den Abschiedsgruß, Maria mild, der Pilger zu Dir sendet.
Aus: Telgter Wallfahrtslied: Abschiedslied

Auch im nächsten Jahr ist am 2. Samstag/Sonntag nach Peter und Paul Wallfahrt nach Telgte.
So Gott will, bin ich wieder dabei.

Links zur Telgter Wallfahrt:

Osnabrücker Wallfahrt nach Telgte

Ein Bericht in der Neuen Osnabrücker Zeitung

Telgter Wallfahrt