Berufung II
Samstag, 28. April 2007, Samstag, 28 April 2007, 21:46:42 Uhr
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Ich bin beeindruckt. Ein großes Kompliment an Petra für die Welle, die sie losgetreten hat.
Ein “Stöckchen de luxe” sozusagen.
- Petras Ausgangsbeitrag
- Georgs Replik
- Bernds Replik
- Mein bescheidener Beitrag
+ Kommentare in den Weblogs
so weit habe ich es bisher gesehen.
Wer noch was dazu findet, darf in den Kommentaren gerne ergänzen.
Eigentlich eine gute Idee
Samstag, 28. April 2007, Samstag, 28 April 2007, 21:34:57 Uhr
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OBIORA IKE: [...] Früher sind Missionare aus Irland, Deutschland und anderen Staaten nach Afrika gekommen. Doch jetzt ist die Stunde Afrikas: Wir wollen das Geschenk, das wir durch den christlichen Glauben empfangen haben, weitergeben. Papst Benedikt XVI. hat kürzlich betont, in der Kirche müssten die missionarischen Geschenke geteilt werden.
Das heißt: Die Länder, in denen es viele Priester- und Ordensberufe gibt, sollen andere Länder an diesem Segen teilhaben lassen. Die Kirche ist dort, wo die Eucharistie gefeiert wird. Hier ist Jesus Christus gegenwärtig. Jeder Priester, gleich welcher Hautfarbe und Nation, ist eingesetzt, um die Messe zu feiern.
Quelle: kath.net
Ich höre schon die sich windenden, geschraubten Stellungnahmen dazu. Egal.
Und dennoch finde ich die Idee gut, afrikanische Missionare nach Deutschland zu senden.
Angebot
Freitag, 27. April 2007, Freitag, 27 April 2007, 23:33:39 Uhr
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Leute laßt uns nett zum Papst sein.
Es gibt ein Angebot von der Konkurrenz.
Berufung
Freitag, 27. April 2007, Freitag, 27 April 2007, 23:01:28 Uhr
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Gerne nehme ich den Hinweis von Petra auf, ein paar Takte über Berufung zu schreiben.
Zum einen ist Berufung nicht so leicht festzumachen, darum brechen sich so viele die Haxen daran, Berufung irgendwo und irgendwie zu verankern. Leider verfügen wir Menschen nicht über eine Berufungsschnittstelle, an die ein Berufungssensor angeschlossen werden kann, über den der bischöfliche Berufungsbeauftragte die individuelle Berufung ablesen kann.
Auch glauben wir zwar daran, daß Gott einen Plan mit uns hat, nicht jedoch an eine Vorherbestimmung für unser Leben. So ist Berufung auch immer Dialog. Der Gerufene muß antworten, sonst passiert nix.
Ich behaupte sogar, daß Berufung auch immer eine Bandbreite hat, die von dem gerufenen Antwort einfordert. Antwort in dem Sinne, die je eigene Berufung auszugestalten. Antwort aber auch in dem Sinne, daß es verschiedene Wege gibt, auf die Berufung zu antworten.
Doch zunächst einmal ein Blick auf die Kriterien für Berufung, wie sie die Kirche anlegt:
Es gibt dort einen Dreischritt:
Eignung
Neigung
Annahme durch die konkrete Gemeinschaft
Eignung
Wer sich zu einer Aufgabe oder einer konkreten Lebensform berufen fühlt, sollte sich zuerst seiner Eignung versichern. Wer in Ohnmacht fällt, wenn er Blut sieht, wird kaum eine Eignung zum Chirurg haben. Wer nicht rechnen kann sollte sich gut überlegen, ob er Buchhalter oder Kaufmann werden will.
Ich habe hier bewußt Beispiele gewählt, die sich leicht nachvollziehen lassen.
Denn wie sieht die Eignung zu einem Ordensberuf aus? Was ist die Kerneignung eines Priesters? Ich glaube die Antworten sind zahlreich und können nur sehr individuell gefunden werden.
In jedem Falle sollte jemand, der grundsätzlich nicht in der Lage ist, sich auf theologisches Denken einzulassen ebensowenig Priester werden, wie jemand der sich nur für einen guten Posten mit sechs Sonntagen und einem Werktag interessiert.
Wer völlig ungeeignet ist in Gemeinschaft zu leben, sollte sich bei Gedanken über seine Berufung von Klöstern aller Art fernhalten.
Positiv gewendet, entdecke ich eine Begabung, die ich habe, kann ich sicher davon ausgehen, daß der Herr sie mir nicht nur einfach so geschenkt hat. Meine Begabungen haben etwas mit dem zu tun, was meine Berufung sein könnte.
Neigung
Ich glaube, daß jeder Mensch Vorlieben und Abneigungen hat. Im letzten steckt es offen im ersten verborgen. In jungen Jahren entdeckt der Mensch, daß man nicht alles gleich gerne macht. Ein junger Schüler, könnte sich (z.B.) von morgens bis abends mit Geschichte beschäftigen. Das alte Ägypten, die griechische Antike und Harappa sind ihm so vertraut wie anderen Kindern die Spieler der bevorzugten Bundesligamannschaft. Den Namen dieses Kameraden spricht er unfallfrei aus und kennt seine Bedeutung im tibetischen Buddhismus. Natürlich gibt es da auch Mathe (widerlich!!!) und Lehrer und Eltern lassen es ihm sicher nicht durchgehen, daß er sich nicht mindestens ein gewisses Grundwissen aneignet. Dennoch werden sie seine Begabung nicht übersehen und seine Neigung angemessen zu fördern wissen. (Hoffentlich!!!) Die Neigung ist nicht immer so deutlich. Manche finden ihre Neigung vielleicht schwerer heraus und müssen länger suchen. Auch ist die Dynamik nicht zu unterschätzen, Interessen wandeln sich und reifen, wenn man sie ernst nimmt.
So ist es auch bei der Neigung zu geistlichem Leben.
Gute Beobachtung, Förderung und geistliche Begleitung sind unabdingbar, um Neigungen deutlich werden zu lassen.
Annahme durch die Gemeinschaft
Diese dritte und oft nur sehr schwer zu verstehende Komponente von Berufung ist nicht weniger wichtig als die beiden anderen. Wenn Berufung Dialog ist, nämlich Dialog zwischen dem gerufenen und Gott, dann steht die aufnehmende Gemeinschaft in der Pflicht, die Berufung des Kandidaten sorgfältig zu prüfen. Der Bischof, der einen jungen Mann als Priesteramtskandidaten annimmt, ist schlecht beraten sich vom Mangel oder von der Not leiten zu lassen. Die Oberin eines Kloster sollte die Kandidatin so ansehen, als wäre sie schon lange Jahre im Kloster und sich vorstellen, wie es dann sein wird.
Wenn wir glauben – und ich tue das ganz entschieden – der Heilige Geist leitet die Kirche, dann hat die konkrete Gemeinschaft die Aufgabe, sich dieser Leitung anzuvertrauen und den Bewerber zu prüfen.
Das „Ja“, welches beide – Kandidat und Gemeinschaft – zueinander sagen, braucht den Segen Gottes um ein „Ja“ zu sein.
Bandbreite von Berufung
Ich persönlich glaube nicht, daß Berufung immer ganz glasklar nur auf einen bestimmten Weg führt. Etwa so: Enweder jemand ist zum Kloster oder zur Ehe berufen. Ich bin fest davon überzeugt, daß wir eine gewisse Auswahl haben. Nicht jeder in der gleichen Art und manch einer vielleicht auch gar nicht.
Aus meiner eigenen Biographie kann ich sagen, daß ich auch Priester hätte werden können. Fast vier Jahre lang sah alles danach aus, als sei genau dies mein Weg, erstaunlicherweise hatte ich kaum Zweifel daran. Bis mir in Exerzitien an einer Stelle Zweifel kamen. Sehr genau legte der Priester den Finger auf eine uneingestandene offene Stelle. Ich mußte diese offene Stelle durch eine bewußte Entscheidung schließen. Hier ist mir sehr deutlich geworden, wie deutlich und entschieden wir auf den Ruf Gottes antworten müssen. Als die Entscheidung gefallen war, war auch die Richtung klar. Heute, im Abstand von vielen Jahren, empfinde ich für diese deutliche Forderung tiefe Dankbarkeit. Mit der von mir verlangten Entscheidung, es ging um die Frage: „Wie willst Du den Gehorsam leben, den Du dem Bischof bei der Weihe versprechen mußt?“ So wie er von mir in der priesterlichen Lebensform gefordert war, das war an der Stelle klar, konnte ich ihn nicht von mir aus leben. Nein, ich hätte mich bewußt dafür entscheiden müssen, ihn täglich neu erkämpfen müssen, bei jeder Entscheidung ins Bewußtsein rufen müssen ihn immer neu von Gott erbitten müssen. Ich bin mir sicher, daß es möglich gewesen wäre. Ich bin mir nach wie vor sicher, daß ich hätte Priester werden können. Aber ich bin mir auch sicher, daß es bestenfalls die zweitbeste Variante gewesen wäre. (Heute auch noch aus ganz anderen Gründen, die ich damals noch nicht kennen konnte.) Doch diese offene Stelle, die ich bis dahin nicht gesehen hatte, hat auch eine Kehrseite, die mir ebenfalls bis dahin auch nicht bewußt war, nämlich eine Begabung, die ich in meinem Leben, so wie ich es jetzt führe, sehr gut gebrauchen kann. Rechtzeitig ein Jahr vor Beginn des Theologiestudiums bog ich also in eine (zunächst noch nicht so) ganz andere Richtung ab, die mich auf einen Weg geführt hat, den ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht hätte ausdenken können.
Damit bin ich beim letzten Punkt und Petras Leitfrage.
Wandel der Berufung im Laufe des Lebens
Ich bin mir sicher, daß sich zwar in unserem Leben viel verändern kann im Laufe der Jahre und Jahrzehnte. Doch ebenso sicher bin ich mir, daß sich die Berufung nicht wandelt.
Sicher gibt es, das sei kurz vorausgeschickt, Situationen, in denen es aussieht, als sei alles nur Makkulatur gewesen. Eine Ehe geht in die Brüche. Eine Ordensfrau verläßt ihr Kloster. Ein Priester heiratet. Lebensentwürfe, vor Wochen noch für unverrückbar gehalten, zerbrechen und liegen in Sekunden in Scherben. Dies sind Grenzsituationen. Grenzsituationen bedürfen der einzelnen Beurteilung. Gott ist die Wahrheit und Gott ist barmherzig. Barmherzigkeit und Wahrheit braucht es auch, wenn mir / Dir / der Kirche zerbrechende Lebensentwürfe begegnen.
Eine Witwe (oder Witwer) die ins Kloster geht, ist sicher kein Bruch in der Berufung. Ein Witwer, der in seinen späten Lebensjahren noch als Priester wirkt sicher auch nicht. Ein Wandel der Aufgaben, die Gott in den unterschiedlichen Lebensphasen für uns bereit hält, finde ich ganz normal. Dabei gilt es jedoch einmal gefällten Entscheidungen die Treue zu halten. Ein Ehemann kann sich nicht von seiner Frau trennen, weil er plötzlich zölibatär leben zu wollen glaubt, das wäre schlicht absurd.
Bei jeder Form der Berufung gibt es Momente, die verbindliche und damit bindende Lebensentscheidungen verlangen. Deshalb die lange Zeit der Prüfung vorweg. Deshalb immer wieder neu das hinschauen und die (geistliche) Begleitung auf dem Weg hin zu einer solchen Entscheidung. Ist die Entscheidung gefallen, bedeutet das eine Bindung. Eine Bindung – und jetzt anschnallen – an die sich auch Gott hält. Für mich immer wieder eine Herausforderung erster Güte. Der unendlich große Gott bindet sich und sagt mir: Das und nur das ist wirkliche Freiheit.
Echte Freiheit geht Bindungen ein, weil echte Freiheit verbindlich ist.
Also: In dem Moment, in dem ich meiner Frau mein Eheversprechen gegeben habe, hat sich Gott daran gebunden und gesagt – durch seinen Segen – es gilt! Also ich kann mich darauf verlassen, daß Gott mir nicht nächste Woche ankommt und meint, da wäre eine andere Frau, die besser zu mir passen könnte oder ich sollte mich vom Acker machen und jetzt doch besser ehelos sein.
Nein, Gott bindet sich an das Versprechen, das ich gegeben habe.
In gleicher Weise für Priester und Ordensleute und andere Berufungen.
Es kommt der Moment der Entscheidung. Der Moment wo sakramental oder per Gelübde der Mensch eine Bindung eingeht und Gott prägt sein Siegel darauf.
Dahinter gibt es kein zurück und da steckt „nur“ die Dynamik drin, die ins System paßt.
Ein ausbrechen daraus ist Untreue.
Ist also der Weg der Berufung sehr dynamisch und dialogisch, so ist der Moment, in dem eine Berufung in konkreter Form angenommen wird, sehr statisch.
Ein „dahinter zurück“ gibt es dann nicht mehr.
Von dem sehr punktuellen Ereignis geht dann allerdings wiederrum eine große Dynamik aus.
Auch dann ist und bleibt Berufung immer ein Weg …
… ein Weg mit Gott, der Mensch wurde in Jesus und der mitten unter den Menschen seinen Weg gegangen ist.
Buch über ein Buch
Donnerstag, 26. April 2007, Donnerstag, 26 April 2007, 22:38:04 Uhr
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Ein Buch über das Jesus Buch unseres Papstes hat der Göttinger Prof. Gerd Lüdemann geschrieben.
Wie aufregend *gähn*
Während das Buch Jesus von Nazareth, welches der Papst der Welt zu seinem 80. Geburtstag schenkte durchaus nicht ohne Überraschungen ist, rechne ich bei Lüdemanns Buch nicht mit Überraschungen. Vor Jahren schon vom Glauben abgefallen bemüht sich der ehemalige evangelische Theologe dem Glauben zu schaden wo er nur kann. Diese Reaktion eines wohl ungläubigen Ex-Theologieprofessors zeigt, daß der Papst den richtigen Ton getroffen hat und sowohl in der Sache (Exegese) als auch im Glauben wesentliche Impulse zu geben vermag.
Während ich mir Lüdemanns Buch wohl kaum kaufen werde – es ist eher schade um das viele schöne Papier – steht das Buch Jesus von Nazareth seit eineinhalb Wochen im Regal und wartet darauf, daß ich endlich Zeit finde, es zu lesen. Zwei Wochen wird es leider noch dauern.
Stöckchen gefangen
Samstag, 21. April 2007, Samstag, 21 April 2007, 18:02:14 Uhr
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Von Phil aufgefangen:
1. Was ist Dein Lieblingsgebet bzw. Deine Lieblingsverehrung von Jesus?
Christus vincit.
2. Was ist Dein Lieblingsgebet bzw. Deine Lieblingsverehrung von Maria?
Litanei zur Regina Pacis … hier zu finden (pdf, auf S. 3 und 4).
3. Trägst Du ein Skapulier oder eine Medallie? Die wunderbare Medaille, wenn ich sie nicht gerade mal wieder verschenkt habe.
4. Hast Du Weihwasser in Deiner Wohnung? Meistens.
5. Opferst Du Dein Leiden auf? Nein, oder doch? Ich weiß es nicht.
6. Feierst Du die ersten Freitage und die ersten Samstage im Monat (Sühnesamstage etc.)? Nein.
7. Gehst Du zu Eucharistischen Anbetungen? Wie oft? So oft es geht, was realistisch bedeutet 1-2mal pro Monat.
8. Gehst Du eher in die Samstags-Vorabendmesse oder zur Sonntagsmesse? Vorabendmessen nur im Notfall. Am folgenden Sonntag habe ich nämlich immer das Gefühl, nicht in der Messe gewesen zu sein.
9. Sprichst Du das Tischgebet? Ja. Tip für Restaurantbesuche: Messer und Gabel über Kreuz halten, stilles Tischgebet.
10. Lieblingsheilige? Maria, Benedikt, Clara von Assissi, Nils Stensen
Natürlich: Antonius von Padua
und viele mehr …
Nicht kanonisiert: Madeleine Delbrêl und Carlo Carretto
11. Kannst Du das Apostolische Glaubensbekenntnis auswendig? Ja.
12. Sprichst Du Stoßgebete über den Tag verteilt? Ja.
Im gleichen Sinne werfe ich es weiter:
Das Stöckchen werfe ich allen christlichen Bloggern zu (frei nach dem Motto, wer das liest muß schreiben)
Das Original
Samstag, 21. April 2007, Samstag, 21 April 2007, 11:40:12 Uhr
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… haben wir.
Eine Baumaßnahme in der Nähe meiner Pfarrkirche brachte die Sensation zu Tage:
Wir haben die wirkliche Rialtobrücke.

Ist ja wohl klar, oder?
Mittwoch, 18. April 2007, Mittwoch, 18 April 2007, 21:37:54 Uhr
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Ich habe es schon lange geahnt.
Via Flier’s Welt. Danke für die Erlaubnis, den Cartoon zu verwenden.
Harald – Dampf in allen Gassen
Mittwoch, 18. April 2007, Mittwoch, 18 April 2007, 19:15:19 Uhr
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Harald Schmidt moderiert morgen einen Teil des “heute journals”.
Ob der gelernte Schauspieler in die Rolle von Claus Kleber schlüpft oder als Marietta Slomka auftritt, stand bei Redaktionsschluß noch nicht fest.
Die FAZ sieht durchaus noch Raum für weitere Handlungsfelder.
Es bleiben noch das „Wort zum Sonntag“, „Mona Lisa“ und die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin.
Der Buckingham Palast ließ derweil Gerüchte dementieren, daß Harald Schmidt die nächste Thronrede zur Parlamentseröffnung halten soll. Auch Urbi et Orbi wird für das Allroundtalent hoffentlich unerreichbar bleiben.
Möglicherweise könnte er bei KTV den Rosenkranz vorbeten.
Immerhin kokettiert er damit, daß er mal Ministrant war.
Hotleinitis
Dienstag, 17. April 2007, Dienstag, 17 April 2007, 22:17:21 Uhr
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Es ist an der Zeit, auf diese Gefahr hinzuweisen.
Ich möchte das an einem Beispiel tun.
Kunde ruft eine Firma an, weil er ein Problem z.B. mit einer Rechnung hat.
Nach dem Freizeichen ertönt eine geschmacklose Musik, in die hinein eine Computerstimme flötend darum bittet, sich noch einen Moment zu gedulden, man werde gleich für ihn da sein.
In der Regel dauert dieses Gleich zwischen 10 und 60 Minuten.
Danach kommt es in der Regel zu diesem Dialog:
Hotlinemitarbeiterin: Firma NN, GutenTag, mein Name ist yxz, was kann ich für Sie tun?
Kunde:Guten Tag, mein Name ist ABC, meine Kundennummer ist ************, es geht um die Rechnung Nummer ++++++++++, ich hatte vor einer Woche schon einmal mit Frau DEF darüber gesprochen.
Hotlinemitarbeiterin:Tut mir leid, die Kollegin kenne ich nicht, die sitzt sicher in X oder in Y.
Kunde:Ja, ich hatte schon geschildert, worum es geht.
Hotlinemitarbeiterin:Tut mir leid, hier ist dazu nichts vermerkt.
Kunde:[Schildert sein Problem erneut.]
Hotlinemitarbeiterin:Ja, dazu kann ich jetzt nichts sagen ….
Kunde:An wen müßte ich mich denn wenden?
Hotlinemitarbeiterin:Ich werde mal meine Gruppenleiterin fragen…
Kunde:…
Am Ende bekommt der Kunde vielleicht eine Auskunft, manchmal klappt es, manchmal klappt es nicht.Es ist nicht so fürchterlich, wenn mal etwas nicht funktioniert. Das kann es immer geben, weil es menschlich ist Fehler zu machen.
In früheren Zeiten hatte man in der Firma, mit der man in Geschäftsbeziehung stand einen Sachbearbeiter. Wenn man anrief oder einen Brief schrieb, konnte man sich darauf verlassen, daß es der eigene Sachbearbeiter war, mit dem man telefonierte oder korrespondierte. Beim zweiten oder dritten Kontakt erinnert man sich aneinander und weiß worum es geht. Streitet man sich, streitet man mit einem Menschen. Einigt man sich einigt man sich mit einem Menschen.
Werden Zusagen eingehalten oder nicht eingehalten, so weiß man, wer verantwortlich ist.
Das alles ist Vergangenheit.
Fast alle mir bekannten Unternehmen sind von Hotleinitis befallen. Dieser Virus ist tödlich für den gewöhnlichen Sachbearbeiter. Er stört die Telefonleitungen durch wahlloses Verbinden mit ahnungslosen Callcentermitarbeitern. Die Korresponenz wandert auf unergründlichen Wegen in unbekannte papierlose Büros.
Der Kunde mutiert zu einem Datensatz.
Die Mitarbeiter im Service müssen alles wissen und alles können, was dazu führt, daß sie nichts wirklich wissen und nichts wirklich können.
Ich habe keine Ahnung, wer die Unternehmen in unserem Land mit Hotleinitis infiziert hat.
Seltsam iist, daß es sogar Leute gibt, die glauben, man könne damit Kosten sparen.
Meine Vermutung ist, daß diese weitverbreitete Infektion in unser Volkswirtschaft unnötige Kosten in Millionenhöhe verursacht.