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Dienstag, 27. November 2007, Dienstag, 27 November 2007, 01:06:39 Uhr
Abgelegt unter: katholisches | Tags: ,

Das gebe ich doch gerne weiter:

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Wir freuen uns, heute die vierte offizielle Bewerbungsrunde bekanntgeben zu können. Wenn ihr dem Netzwerk mit eurem Weblog beitreten möchtet, besteht ab jetzt bis Freitag, den 30. November die Gelegenheit dazu. Schickt dazu eine E-Mail an die Adresse am Ende dieses Artikels mit einem kurzen inhaltlichen Abriss des Blogs und natürlich einer gültigen URI. In der kommenden Woche werden wir uns die teilnehmenden Weblogs ansehen und über die Aufnahme entscheiden. Die Inhaber der aufgenommenen Blogs werden dann von uns benachrichtigt. Bewerbungen an: bewerbung@relevantblogs.de


Quelle

An Frank von dieser Stelle noch einen Gruß und Gratulation zur Ernennung zum Commuity Manager.

Wer also den Relevanten beitreten möchte, mag sich melden.



Fronleichnam in Florenz
Sonntag, 25. November 2007, Sonntag, 25 November 2007, 20:06:54 Uhr
Abgelegt unter: Vorbilder im Glauben | Tags:

Nein, mein Kalender geht nicht nach.

Heute fällt nicht nur Katharina von Alexandrien aus, sondern auch der Gedenktag des seligen Nils Stensen.

Nils Stensen konvertierte 1667 in Florenz.

Eine Geschichte erzählt, er habe in Florenz eine Fronleichnamsprozession beobachtet und sei dadurch nachdenklcih geworden. Wenn das nur ein Stück Brot in der Monstranz ist, dann sind alle, die dahinter her laufen etwas beschränkt, so dachte er bei sich. Wenn das aber wirklich Christus ist und ich bleibe stehen, dann bin ich etwas beschränkt.

Wenn es nicht wahr ist, so ist es wenigstens gut erfunden.



Eleasar und die Li(e)beralen
Freitag, 23. November 2007, Freitag, 23 November 2007, 23:18:59 Uhr
Abgelegt unter: Politik, katholisches | Tags: ,

Kann man mit der Bibel Politik machen?

Ja, man kann.

Nicht Tagespolitik und bei den Haushaltsberatungen sind Bibelzitate auch eher mit Augenzwinkern an der rechten Stelle. Gott entbindet den Menschen nicht von seiner Verantwortung in Freiheit nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden. Doch auch in der Politik, der in kleinen wie der großen Politik kommen diese Momente immer wieder:

Aus der Lesung vom Dienstag dieser Woche:

Die Leute, die bei dem gesetzwidrigen Opfermahl Dienst taten
und die den Mann von früher her kannten, nahmen ihn heimlich beiseite und
redeten ihm zu, er solle sich doch Fleisch holen lassen, das er essen dürfe,
und es selbst zubereiten. Dann solle er tun, als ob er von dem Opferfleisch
esse, wie es der König befohlen habe.
Wenn er es so mache, entgehe er dem Tod; weil sie alte Freunde seien,
würden sie ihn mit Nachsicht behandeln.2 Makk 6,21f

Die gesamte Perikope, die gelesen wurde war: 2 Makk 6,18-31.

Es ist die Versuchung, die auch in unsere Zeit so gegenwärtig ist:

Also, mein Freund, paß mal auf, ich verstehe Dich ja, als Christ kannst Du ja nur so oder so denken. Soweit so gut aber die Sachzwänge und man muß ja das Große Ganze sehen. Also laß uns doch mal verhandeln, ob wir das nicht so machen können, daß wir zum Ziel kommen und trotzdem Dein Gesicht wahren können.
Wir schließen einen Kompromiß …

So weit, so gut.

In der Tat lebt demokratische Politik von Kompromissen.
Doch es gibt Bereiche, in denen es keine Kompromisse geben darf.
Gebe der Herr den Politikern die Kraft, das Götzenopferfleisch nicht zu essen und auch nicht nur so zu tun als ob.

Aber die eingeflüsterten Angebote sind allgegenwärtig.



Nicht nur
Donnerstag, 22. November 2007, Donnerstag, 22 November 2007, 14:12:25 Uhr
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sehen kann man eigentlich nur mit dem Herzen gut.
Auch das wirkliche Hören sitzt im Herzen.

Und um gute Lösungen zu finden muß man oft seltsame Wege gehen.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Film “Mr. Hollands Opus”

Die Story in Kürze:

Der junge Mr. Holland träumt davon ein großer Komponist zu werden. Unerwartet wird seine Frau schwanger. Er entscheidet sich Lehrer zu werden, um Geld zu verdienen. Sein großes Ziel bleibt es, sein großes Werk zu komponieren. Die Arbeit an seinem Opus zieht sich im Hintergrund durch den ganzen Film. Zunächst ist er als Lehrer sehr unglücklich und will aufgeben, bis ihm aufgeht, daß er als Musiklehrer in der Lage ist, seinen Schülern etwas zu geben, was ihnen niemand anders geben kann. Im Laufe der Jahre wird er so zu einem selbstbewußten, kämpferischen und beliebten Lehrer, der seinen Schülern neben der Liebe zur Musik vor allem eines geben kann: Selbstwertgefühl.

Nur einem vermag er dies nicht zu geben, seinem Sohn Cole. Cole ist taubstumm. Ausgerechnet der Sohn eines Musikers ist taubstumm. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn ist denkbar schlecht. Bis zu dem Tag, da John Lennon stirbt. Der Vater glaubt, der Sohn wisse damit nichts anzufangen und es kommt zum erbitterten Streit zwischen Vater und Sohn. Nachdenklich geworden entschließt sich Mr. Holland zu einem Experiment (oben im Video). Er versucht Cole und anderen Gehörlosen, Musik zu erklären, indem er sie ihnen anders “zu Gehör” bringt.
Das Experiment wird ein voller Erfolg und endlich finden Vater und Sohn einen Zugang zueinander.

Der Film zieht sich über viele Jahrzehnte und endet mit der Entlassung und Verabschiedung von Mr. Holland.
Seine ehemaligen Schüler bringen auf der Überraschungsfeier sein endlich fertig gestelltes Opus zu Gehör.

Doch das eigentliche “Mr. Hollands Opus” sind Menschen. Die Menschen, die jetzt erwachsen sind und denen er Mut gemacht hat, denen er Selbstbewußtsein und Kraft für ihr Leben gegeben hat.



Abtei Varensell
Donnerstag, 22. November 2007, Donnerstag, 22 November 2007, 01:02:46 Uhr
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Sechs Tage im Kloster meines Vertrauens sind etwas kurz, aber besser als nichts.
Mehr Zeit konnte ich leider nicht aufbringen.
Bloggen konnte ich auch nicht, da ich beschlossen hatte, in den Tagen “keinen Schritt ins Internet zu tun”. Ich habe mich daran gehalten und ich kann nur sagen: Hart war es schon, aber es hat gut getan.


So mußten diese Tage ausreichen um – gewissermaßen – die Akkus wieder aufzuladen.
Die Abtei Unserer Lieben Frau in Varensell ist eine Benediktinerinnenabtei und liegt in Rietberg – Varensell, in der Nähe der Stadt Gütersloh. Bereits bei der Anfahrt auf den Ort sieht man schon von weitem die für Benediktiner typischen Doppeltürme der Abteikirche. Die Kirche ist ein sehr gelungenes Beispiel moderner Kirchenarchitektur und moderner Sakralkunst. Die künstlerische Ausgestaltung lag in den Händen von Sr. Ehrentrud Trost OSB, die als Schwester in der Abtei lebte. Die Mosaiken wurden im Kloster selbst hergestellt. Die Apsis wird von einem sehr großen Mosaik, einem Christus als Pantokrator beherrscht. Dieses Mosaik zu sehen, ist bei jedem Besuch eine große Freude.
In der Krypta, die den Schwestern (und auf Anfrage den Gästen) für das stille Gebet zur Verfügung steht, ist die Wand, in die der Tabernakel eingelassen ist, als brennender Dornbusch gestaltet. Ebenfalls ein Mosaik von Sr. Erentrud.

In der Abtei leben 47 Schwester nach der Regel des Hl. Benedikt. Die Schwestern leben von Landwirtschaft (für den Eigenbedarf), Paramentenherstellung, einem Gästehaus mit umfangreichem Kursprogramm, einem Buchladen und einer Hostienbäckerei. Jedes Kloster muß sich selbst unterhalten. Klöster bekommen kein Geld aus Kirchensteuermitteln.
Im Gästehaus gibt es außer den zahlreichen Kursen auch die

Möglichkeit für Stille Tage, Einzelexerzitien oder Au Pair, d.h. teilweise am “normalen Klosteralltag” teilzunehmen. Wer Au Pair macht, arbeitet vier Stunden am Tag im Kloster mit und nimmt am Chorgebet der Schwestern teil. Ferner besteht die Möglichkeit zur Begleitung in Einzelgesprächen durch eine Schwester.

Siebenmal am Tag singe ich Dein Lob.


Der Tag im Kloster beginnt um 6:20 Uhr mit den Laudes, dem Morgengebet der Kirche. Es schließt sich um 7:15 Uhr die Eucharistiefeier an. Um 12:25 Uhr beten die Schwestern die Sext, um 14:45 Uhr die Non, um 18:00 Uhr die Vesper. Der Tag endet mit der Komplet und den Vigilien um 20:00 Uhr. (Abweichungen von den Zeiten am Donnerstag, Samstag und Sonntag, da die Kirche auch Pfarrkirche ist und die Kirche auch von der Gemeinde genutzt wird.) Der Tag der Schwestern teilt sich ein in Arbeit, Gebet, persönliche Betrachtung, Mahlzeiten und Freizeit. Die Gebetszeiten geben den Rahmen für den Tag. Die Gäste sind eingeladen, am Chorgebet teilzunehmen. Die Laudes und die Vesper werden in Latein gesungen. Die anderen Horen (Gebetszeiten) in Deutsch.

Seit über 20 Jahren verbringe ich immer wieder mal einige Tage dort. So ist mir die Abtei sehr vertraut, auch wenn sich in den vergangenen Jahren viel verändert hat. So wurde vor zwei Jahren das Gästehaus komplett modernisiert. Die Zimmer verfügen alle über eine Naßzelle und sind sehr ansprechend eingerichtet. Dennoch bevorzuge ich die Zimmer im alten Gästeflügel, die für meinen Geschmack etwas “klösterlicher” sind. Sie sind kleiner, haben keine Naßzelle und sind recht individuell eingerichtet. Jedes sieht ein wenig anders aus. Der weitere Vorteil ist die Stille im Gästeflügel, da dort eher Gäste wohnen, die als Au Pair im Kloster sind oder bewußt die Stille suchen. Dort oben unter dem Dach ist es wirklich außerordentlich ruhig. So hatte ich auch jetzt wieder die Freude, dort wohnen zu dürfen. Ich bin den Schwestern immer sehr dankbar, daß sie den Auftrag des Hl. Benedikt sehr ernst nehmen und Gäste freundlich und gerne aufnehmen. So teilen sie die Schätze monastischen Lebens mit ihren Gästen.

Weil ich nun nicht nur zu meinem Vergnügen in Varensell war, habe ich mir wie immer auch ein paar Hausarbeiten mitgenommen. Das nebenstehende Buch hatte ich kürzlich entdeckt und fand es reizvoll und ansprechend. In den vergangenen Tagen habe ich es aufmerksam gelesen und Betrachtungen zum Vater unser gehalten. War sagen dieses Gebet des Herrn oft so leicht und schnell herunter, doch es ist ein Schatz, wenn man es nur mal aufmerksamer betrachtet. So waren die Tage auch geistlich ein Gewinn.

Natürlich habe ich noch ein paar Fotos auf Lager. Hier einige Impressionen rund um das Kloster:



Ein Kreuz aus der Werkstatt Sr. Erentruds
Als es noch welche zu kaufen gab, konnte ich mir keins leisten.
Heute könnte ich mir eins leisten, nun kann man keine mehr kaufen.
Schade.



Ein Mosaik kennzeichnet die Stelle, an der sich vor der Erweiterung der Klosterfriedhof befand.



Der Vorplatz der Abteikirche mit einer Statue des Hl. Benedikt.



Mosaiken im Atrium


Mosaik in der Jakobshalle – Jakobs Kampf mit Gott


Statue des Hl. Benedikt im Gästegarten.

(Zum Vergrößern auf die Bilder klicken. Alle Bilder unter creative commons – Lizenz.)



Der blanke Hans
Donnerstag, 15. November 2007, Donnerstag, 15 November 2007, 12:39:53 Uhr
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Ich mag die Nordsee, auch oder obwohl sie so wild ist.
Ich mag sie, aber ich habe auch hohen Respekt vor ihr.

Am 9.11. war eine Sturmflut:
Sturmflut

Und so sah es an der gleiche Stelle im Sommer aus:
Im Sommer

Danke an Maren für das Foto von der Sturmflut.



Ungleichheit
Mittwoch, 14. November 2007, Mittwoch, 14 November 2007, 21:48:25 Uhr
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Etwas sprachlos hörte ich heute in der Hl. Messe die folgenden Worte:

Der Geringe erfährt Nachsicht und Erbarmen,
doch die Mächtigen werden gerichtet mit Macht.
Denn der Herrscher des Alls scheut niemand
und weicht vor keiner Größe zurück.
Er hat klein und groß erschaffen und trägt gleiche Sorge für alle;
den Mächtigen aber droht strenge Untersuchung.
An euch also, ihr Herrscher, richten sich meine Worte,
damit ihr Weisheit lernt und nicht sündigt.
Weish 6,6-8

Auch heute noch eine klare Ansage, an alle, die in irgendeiner Form Macht ausüben.
Auch eine demokratische Legitimation rechtfertigt nicht alles, was mehrheitsfähig ist.

Puh …



Adieu, Münte
Mittwoch, 14. November 2007, Mittwoch, 14 November 2007, 21:26:32 Uhr
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Häuptling große Klappe baut seinen Wigwam ab.

Mit seiner oft extrem spitzen Zunge und seinen zuweilen giftigen Kommentaren gegen die CDU und ihre Politik, mit seinen politischen Ansichten hätte er kaum eine Chance, mein Freund zu werden. Muß auch gar nicht sein. Ein guter Feind ist besser als ein schlechter Freund. Alle, die direkt mit ihm zu tun haben, erkennen seine Ehrlichkeit und Verläßlichkeit an. Diese Verläßlichkeit ist es, die ihn jetzt wohl bewogen hat, seiner schwer erkrankten Frau beizustehen.

Respekt vor dieser Entscheidung.
Leicht gefallen sein kann sie ihm nicht.
Ab und an ein Gebet für ihn und seine Frau kann nicht schaden.



Manchmal kann man
Mittwoch, 14. November 2007, Mittwoch, 14 November 2007, 11:53:05 Uhr
Abgelegt unter: Politik | Tags: ,

… etwas erreichen.

Vor einer Woche bekam ich einen Anruf von einem guten Bekannten.

Anrufer: “Ich habe da ein Problem.”
Anrufer schildert sein Problem.

Cicero: “Das hört sich nicht so gut an. Da müssen wir etwas unternehmen, sonst wird das schlimmer.”

… Gespräch über das Problem und die verschiedenen Möglichkeiten zu handeln geht weiter.

Heute morgen haben wir uns getroffen und mit einem Mitglied des Stadtrates das Problem erörtert. Es sind einige konkrete Handlungsperspektiven dabei heraus gekommen, die nun in Angriff genommen werden sollen. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung vieler Menschen können Politker keine Wunder vollbringen. Allerdings liegt es in der Hand der gewählten Mandatsträger, sich nicht nur die Probleme der Bürger anzuhören, sondern auch ganz konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Das wird nun in Angriff genommen und meine Rolle dabei wird es sein, mit darauf zu achten was passiert. Dann wird in einigen Monaten noch mal ein Treffen stattfinden, um zu schauen, ob die Maßnahmen greifen und sich die Situation verbessert hat.

(Kommunal-)Politik zu machen, heißt für mich:
Bei den Menschen sein und ihnen zuhören.
Kontakte herstellen und an Lösungen für konkrete Probleme vor Ort arbeiten.
Unmittelbar vor Ort schauen, was nötig und sinnvoll ist.
Fragen stellen aber auch Fragen beantworten.

Politik findet nicht (nur) in Sitzungen statt.



Gut auch ohne Gott?
Dienstag, 13. November 2007, Dienstag, 13 November 2007, 22:13:35 Uhr
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Ein Artikel des Tagesspiegels wirft altbekannte und althalbwahre Thesen auf. Ein paar schlaglichtartige Gedanken von mir.

Jede Religion versucht, die Welt zu erklären

… führt er aus und hängt ein Zitat aus der Genesis an. („Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht“) um dies als einen Beweis für den Irrtum der Religion anzuführen. Wäre es nicht so albern, könnte man sich darüber aufregen. So blieb es bei einem Schmunzeln. In der Tat erklärt die Religion die Welt. Jeder Theologiestudent im lernt im ersten Semester was eine Aitiologie ist und welche Funktion sie hat. Sicher hat sie nicht die Bedeutung, einen Lückenbüßer-Gott zu produzieren, der mit jeder wissenschaftlichen These ein Stückchen an Bedeutung verliert. Gerade die Schöpfungsgeschichte, dieses literarische Meisterwerk, hat nie einen naturwissenschaftlichen Anspruch vertreten.
Vielmehr ist die bleibende Aussage über alle Relativitäts-, Urknall-, und Weltformeltheorien hinweg die eine, immer gültige: Gott hat die Welt erschaffen.
Das sie dabei auf eine allzeit gültige Bildsprache zurückgreift, gereicht ihr und ihrer überzeitlichen Gültigkeit sicher nicht zum Nachteil.

Natürlich kann man auch versuchen, sich die Entstehung und Existenz der Welt ohne Gott zu erklären, doch welchen Sinn sollte das haben?

…die Religionen erklären uns schließlich nicht nur die Welt, sie vermitteln uns auch ethische Werte …

Das tut das Christentum in der Tat.
Anders als bei jeder vorchristliche Ethik und jedem Versuch einer postchristliche Moral steht in der Christlichen Moraltheologie dieser wunderbare Satz im Mittelpunkt:

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den Propheten. Mt 22,37 – 40

An diesem Gebot hängt die gesamte Moraltheologie. Um das Doppelgebot der Liebe kreist alles.

Aufgeklärte, atheistische Menschen können genauso moralisch sein wie religiöse.

In diesem Punkt muß ich zustimmen. In der Tat, sind Atheisten moralisch. Abschreckend moralisch, geradezu, weil es keine Vergebung der Sünden gibt. Gegen geltende Regeln zu verstoßen, ist unverzeiglich.
Auf unmoralisches Verhalten folgt Ächtung.
Wer sollte auch eine Verfehlung vergeben.

Aber auch diese Frage ist spannend:
Welche Instanz legt die Richtlinien fest? Welche Regeln sollen gelten?

Humanisten gehen in ethischen Fragen nicht von einem höheren Wesen aus, sondern vom konkreten, selbstbestimmten Menschen.

Aha, wir ermitteln die Moral im Diskurs und passen sie neuen Gegenheiten an.
Damit sind alle Regeln im Prinzip der Beliebigkeit preisgegeben. Die lauteste Gruppe setzt sich durch.
In der Regel kommt dabei ein Minimalkonsens heraus.
In der Tat beobachten wir gerade genau das.

Mir graut davor.

Lieber “unterwerfe” ich mich einer Moral, deren Grundsatz die Liebe ist und die mir bei Verfehlung, weil ich nunmal schwach bin, Vergebung anbietet. Und zwar die Vergebung dessen selbst, gegen dessen Gebot ist mich vergangen habe.

Bleibt noch die Frage, ob der Staat die Kirche wirklich so stark subventioniert, wie in dem Artikel behauptet?
Dieses Ammenmärchen nehme ich mal bei anderer Gelgenheit vor.

Wenn dem so wäre, bräuchte die Kirche dies für ihre Existenz?
Sicher nicht.

Kirche ist nicht eine Organisation, die, wie viele (leider selbst Christen) glauben, den Auftrag hat, die Gesellschaft zu prägen. Wenn sie es kann um so besser für die Menschen. Der Auftrag der Kirche ist es, die Heilsbotschaft Christi zu verkünden, die Sakramente zu spenden, die Menschen zu Gott zu führen. Sitze in Rundfunkräten braucht man dazu nicht unbedingt und auch die Anbindung der Theologie an die staatlichen Hochschulen ist dazu nicht zwingend notwendig.

Ein letzter Lacher noch:

Es geht nicht darum, den Glauben zu unterdrücken.

Über eines mache ich mir gar keine Illusionen, die ach so menschenfreundliche Atheisten werden nicht eine Sekunde zögern, uns die Ausübung unsere Glaubens so schwer zu machen, wie sie es nur können.

So weit nicht anders angegeben, sind alle Zitate aus o.g. Artikel.