Folge mir nach
Sonntag, 27. Januar 2008, Sonntag, 27 Januar 2008, 23:13:05 Uhr
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Über die Berufung von vier der zwölf Apostel, wie sie Markus beschreibt, haben wir heute im Evangelium gehört.
Dankbar schüttele ich hier symbolisch unserem Vikar die Hände, der betont hat, daß man sich das nun nicht als einen historischen Bericht der Berufungen denken sollte.
Also, kurz gesagt, die berufenen Fischer werden wohl doch noch aufgeräumt haben, bevor sie losgegangen sind.

Was sagt uns die Art der Erzählung?
Sich für Nachfolge zu entscheiden verlangt Radikalität.
Halbe Nachfolge kann es nicht geben. Ich kann mich nicht mal für mal gegen Nachfolge entscheiden.
Ich kann mich auch nicht entscheiden, Jesus in diesem Punkt zu folgen, in jenem hingegen nicht.

Also heißt es. Auf! Hinter mich!
Der Herr geht voran, wir folgen nach.

Voraus geht dem allerdings eine Entscheidung. Da liegt für viele heute ein Knackpunkt.
Wir werden in der Regel im Säuglingsalter in die Kirche hineingetauft und wachsen mehr oder weniger in und mit der Kirche auf.
Auch wenn es in meiner Kindheit zumindest in der Familie im engeren Sinne kaum Berührungspunkte mit der Kirche gab, so war ich getauft, wurde zu Erstkmmunion und Firmung geschickt, weil es sich so gehört. Ein innerer Vollzug war ebenso wenig gegeben wie eine katholische Sonntagspraxis. Man blieb eben dabei stehen, daß der liebe Gott irgendwie zur Kindererziehung dazu gehört. Und mit dem Kinderglauben war dann auch Feierabend.
So bin ich auch – aber eher am äußersten Rand – in die Kirche hineingewachsen und in der Pubertät und Adoleszenz wieder hinaus. Zur Sorge meiner sehr frommen Großmutter, die vermutlich viel für mich gebetet hat.

Über meine Bekehrung hatte ich schon einmal geschrieben.
Es war genau das, was heute im Evangelium steht: folge mir nach!
Ich mußte antworten und habe es getan. So weit so gut.
Durch meine Entscheidung bin ich weder ein besserer Mensch geworden, noch hat sich eine meiner Schwächen oder Stärken, Begabungen oder Unfähigkeiten verändert. Ich habe meine ganze Persönlichkeit, meine Biographie und alles, was mich ausmacht, mitgenommen. Beruhigend, daß der Herr mich dennoch gerufen hat.

Beides, Hineinwachsen in die Kirche, wie auch ein Bekehrungserlebnis (für das man nicht vom Pferd fallen muß) haben ihre Vorzüge und Nachteile. Manchmal hätte ich auch gerne eine Erinnerung an eine schöne Ministrantenzeit.
Andererseits hatte ich die Chance mich zu entscheiden, was vielen “Schon-immer-Katholiken” einfach fehlt.
Über diese Möglichkeit, die ich hatte, bin ich sehr froh.



Nicht wundern
Freitag, 25. Januar 2008, Freitag, 25 Januar 2008, 22:59:49 Uhr
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Heute meldete unsere Lokalzeitung, daß in der Nacht zum vergangenen Donnerstag das Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des 2. Weltkrieges und der NS- Diktatur mit Graffiti beschmiert wurde. Ein Bild zeigt Bürgermeister und Kulturausschußvorsitzenden mit betroffenen Gesichtern. Beide werden mit empörten Statements zitiert.
So weit, so schlecht.

Kirchen, Mahnmale, Heiligenhäuschen und normale Häuser werden in der letzten Zeit recht häufig beschmiert.

Lernte unsere Generation als Kinder noch: “Narrenhände beschmieren Tisch und Wände.”
So darf man heute getrost davon ausgehen, daß heute kein Kind mehr mit so einer Weisheit belästigt wird.

Es kommt hinzu, daß vor allem sozial schwache Jugendliche gegenwärtig düstere Zukunftsaussichten zu haben glauben.
Sie treffen sich in dunklen Ecken unter Vordächern von Schulen in Parks und wo auch immer.
Ideen für sinnvolle Beschäftigung sind ebenso Fehlanzeige wie alternative Orte, an denen man sich besser aufhalten könnte oder an denen es auch Ansprechpartner gäbe. Elternhaus scheint bei vielen Fehlanzeige. Eineltern- oder Patchworkfamilien mit häufig wechselnden Konstellationen geben eben weder die benötigte Sicherheit noch die erforderliche Erziehung.
Die Folgen der sogenannten neuen Formen von Familie in Verbindung mit fehlender Erziehung und fehlender Möglichkeit sinnvoller Beschäftigung, sowie Eltern, die selber schwerlich wissen, etwas mit sich anzufangen.
Alles in allem eine Gemengelage, die mich nicht fröhlich stimmt.

Ich sehe gegenwärtig eine Zunahme der Gewalt gegen Sachen und Personen.

Ein betroffenes Gesicht auf Fotos und betroffenen Statemeste scheinen mir da unzureichende Maßnahmen.
Leider habe ich kein Patentrezept.
Den Kopf in den Sand stecken mag ich dennoch nicht, ich denke auch nicht an Verschärfung von Strafrecht oder Ortssatzungen. Meine Gedanken gehen eher dahin, den jungen Menschen andere Perspektiven aufzuzeigen.
Ich sehe hier ein Betätigungsfeld sowohl die Kirche als auch für die öffentliche Verwaltung.



How geek are you?
Freitag, 25. Januar 2008, Freitag, 25 Januar 2008, 22:10:37 Uhr
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50% Geek

Muß mir das jetzt peinlich sein?



Neu …
Donnerstag, 24. Januar 2008, Donnerstag, 24 Januar 2008, 21:31:51 Uhr
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in der Blogwelt.

Zwei neue Links habe ich heute in meine Blogroll aufgenommen:

Vita Brevis – Das Leben ist kurz

Ein noch junges Weblog auf das ich gerne hinweisen möchte.
Vita wünsche ich viel Spaß beim bloggen.

Podcasts über Gott und die Welt
ist der Untertitel des Weblogs

5 Brote 2 Fische

Der Podcast über die Heiligen der Woche ist lohnenswert.
Und ich bin gespannt, was da noch auf uns zu kommt.



300
Mittwoch, 23. Januar 2008, Mittwoch, 23 Januar 2008, 09:07:41 Uhr
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Es ist nicht der 300. veröffentlichte Beitrag in meinem Weblog, doch er trägt die Nummer 300.

Seit November 2005 brummele ich immer mal wieder meine Gedanken via Wordpress ins Netz.
Drei Schwerpunkte haben sich seit damals herausgestellt.
Kirchliche Themen, Politik und Fotos (vorwiegend Blumen aus meinem Garten) füllen moderat die Datebnbank und werden von der Software bei Aufruf der Seite in HTML- Code umgewandelt. Nach Anfängen bei blogspot wollte ich eigentlich schnell auf meinen eigenen Webspace umziehen. März 2006 war die Software installiert und es war sogar möglich die Beiträge von Blogspot hierher zu importieren.

So habe ich in 789 Tagen seit dem 25.11.2005 bis heute ungefähr alle 2,6 Tage einen Beitrag veröffentlicht.
Damit bin ich sicher nicht der fleißigste Blogger.
Mal kürzer, mal länger, mal ernst, mal weniger ernst waren die Artikel.
Mal flossen sie mir so aus der Tastatur, mal habe ich sie mir abgequält.
Die Zugriffe zeigen mir, daß sich einige für mein Weblog interessieren,
so habe ich mich immer wieder aufgerafft,
selbst wenn ich länger Zeit keine Lust zu bloggen hatte.

Danke allen Lesern und Kommentatoren.

Na denn … gehen wir die nächsten Beiträge an.

Wenn ich meinen Schnitt beibehalte, schreibe ich am 16.1.2013 meinen 1000. Beitrag … null



Ursulinen
Dienstag, 22. Januar 2008, Dienstag, 22 Januar 2008, 21:21:51 Uhr
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Ein Video auf das ich gerne hinweise.

Teil 1

Teil 2

Wird doch hier ein Kloster vorgestellt, in dem eine sehr liebe Freundin von uns lebt.

gefunden bei gloria.tv



Neusprech
Sonntag, 20. Januar 2008, Sonntag, 20 Januar 2008, 22:16:45 Uhr
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… oder wie soll man es nennen, wenn ein Bistum 20%, d.h. jede 5. Kirche, schließt und dann von

“Abbruch und Aufbruch”

spricht.

Das Bistum Hildesheim ist damit gerade in der Presse.
Etwas erschrocken war ich, als ich genau diesen Titel auf der Seite des Bistums las.

OK. Abbruch, geht klar, wenn man Kirchen abreißt, dann soll man das auch so nennen. Es ist auch völlig klar, daß ein Bistum eine solide Finanzpolitik betreiben und sich ggf. von Immobilien trennen sollte, die nicht mehr benötigt werden oder die nicht mehr unterhalten werden können. Damit dürfte auch niemand ernsthaft Probleme haben, der mal einen Moment nachdenkt.

Ob dann unter Umständen eine Gemeinde ihr Kirchengebäude selbst unterhalten kann, sollte man im Einzelfall immer prüfen. Ich bin mir sicher, daß auf diese Weise das eine oder andere Kirchengebäude erhalten werden könnte. Immerhin sind viele der Kirchen auf Initiative der Gemeinden überhaupt erst gebaut worden.
Wo es geht sollte es erlaubt sein, wo es nicht geht, muß dann eben über Abriß oderFolgenutzung entschieden werden.

Und dann kommt der zweite Teil: Aufbruch

Wo bitte ist der Aufbruch?
Aufbruch würde in meinen Augen Mission bedeuten.

Ansätze dazu sehe ich leider keine.

Wo sind die Betrebungen, den Menschen, die den Glauben nicht angenommen haben, den Glauben zu verkünden?

Alles, was ich sehen kann, ist, daß vorhandene Kräfte in endlosen Strukturdiskussionen gebunden werden. Das ist in allen deutschen Bistümern so. Zusammenlegung von Gemeinden können und sollen sein, wenn die Anzahl der Priester nicht mehr reicht. Warum aber, so frage ich mich immer wieder, sagt man den Menschen nicht die Wahrheit? Warum werden Pfarreien, die nicht mehr besetzt werden können, nicht refilialisiert. Das muß man natürlich vorher sagen, rechtzeitig, einfach, klar und ehrlich sagen.

Ich glaube, daß man mit Ehrlichkeit mehr Menschen mitnehmen kann als mit Strukturdiskussionen.



Klonen von Embryonen
Freitag, 18. Januar 2008, Freitag, 18 Januar 2008, 18:00:20 Uhr
Abgelegt unter: Politik, katholisches

Manchmal gibt es auch aus der Politik Hoffnungszeichen.

Peter Liese: Menschlich gesehen ist das kein Durchbruch, sondern eine Horrormeldung

pliese-neu.jpg“Das Klonen von Embryonen ist menschlich gesehen kein Durchbruch, sondern eine Horrormeldung.” Dies sagte der CDU-Europaabgeordnete und Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bioethik der größten Fraktion im Europäischen Parlament (EVP-ED), Peter Liese. Das Magazin “Stem Cells” hatte berichtet, dass es einem kalifornischen Forscherteam erstmals gelungen sei, geklonte menschliche Embryonen zu erzeugen. Nach Angaben von Andrew French von der Firma Stemagen lassen sich in Zukunft gezielt Stammzellen für Patienten herstellen, die mit dessen Erbsubstanz übereinstimmen. “Es wird aber unendlich schwer sein, diese Ergebnisse in anwendbare Therapien umzumünzen”, gibt Liese zu bedenken. Nach wie vor ungelöst sei etwa das hohe Krebsrisiko, das mit embryonalen Stammzellen verbunden ist. “Unendlich leicht wird es in Zukunft dagegen für verwirrte Wissenschaftler sein, geklonte Embryonen in die Gebärmutter einzupflanzen. Schließlich ist die entsprechende Implantationstechnik seit Jahrzehnten etabliert. Der richtige Weg ist die Reprogrammierung adulter Zellen und vor allem die Forschung mit adulten Stammzellen. Adulte Stammzellen wurden schon bei 73 Erkrankungen, zum Teil mit sehr großem Erfolg, eingesetzt. Ohne menschliche Lebewesen zu zerstören, wurde unzähligen Patienten geholfen. In der Embryonenforschung werden ständig menschliche Lebewesen zerstört, ohne Krankheiten zu heilen”, so Liese abschließend. Quelle.

Nicht, daß ich mir einbilde, damit wäre das Klonen menschlicher Embryonen erledigt.
Es ist ein Hoffnungszeichen, daß sich ein Europaparlamentarier in dieser Weise äußert.

Nicht mehr.
Aber auch nicht weniger.



Introibo ad altare Dei
Mittwoch, 16. Januar 2008, Mittwoch, 16 Januar 2008, 22:49:26 Uhr
Abgelegt unter: katholisches | Tags: ,

Seit vielen Jahren war ich heute erstmals wieder in einer Messe in der alten Form des Römischen Ritus.

Es ergab sich so und ich hatte noch nie Berührungsängste oder ideologische Vorbehalte dagegen. Die Zelebrationsrichtung versus orientem empfinde ich ohnehin als angenehm, mit der lateinischen Sprache als Liturgiesprache habe ich kein Problem und im Studium habe ich die alte Form des Römischen Ritus durchgearbeitet. Meine Oma ist mit dieser Form, die Hl. Messe zu feiern, eine fromme und anständige Frau geworden und ist es nach der Liturgiereform geblieben.

Insofern gibt es eigentlich nur wenig Gründe, die von Tradis gerne “Alte Messe” genannte außerordentliche Form der Hl. Messe nicht wesentlich öfter mitzufeiern. Diese wenigen sind zum einen, daß ich (im Glauben) in der neuen Form (Meßbuch von 1970) der Hl. Messe aufgewachsen bin. Von den Übergängen habe ich trotz meines Alters so gut wie nichts mitbekommen, da man in meiner Familie nicht in die Kirche ging. Sehr bedauerlich, denn sonst hätte ich in meiner Grundschulzeit den Wechsel mitbekommen.
Als ich in den 80er zum Glauben fand, stellte sich die Frage nach der alten Form der Messe in meinem Umfeld überhaupt nicht. Mit dieser Frage bin ich erst sehr viel später konfrontiert worden und war geschockt über den zuweilen heftigen und völlig unreflektierten Fanatismus, mit dem die “Neue Messe” abgelehnt und die “Alte Messe” als einzig wahres Mittel zum Heil dargestellt wurde.

Dieser Schock und andere Erlebnisse hatten mich gegenüber der Frage nach der Liturgiereform sensibilisiert, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich auch schon entdeckt, daß in der Liturgie nicht alles Gold ist, was glänzt. Blieb ich zu Beginn meiner Glaubenszeit von “liturgischen Wildsauererein” verschont, erlebte ich sie in dieser Zeit zu Hauf. Eine Affinität zur “Alten Messe” habe ich dennoch nie entwickelt, weil ich auch nach den verschiedenen seltsamen Erlebnissen immer wußte, daß die Messe nach dem II. Vat. die eine Messe war, die sie immer war. Ich wußte, daß sie würdig gefeiert werden konnte. Zweifel an der Gültigkeit habe ich immer für groben Unfug gehalten. Die Neugier führte mich zu Pius Parsch. Ich las mehrere seiner Schriften und entdeckte die liturgischen Mißbräuche die in der “Alten Messe” vorkamen. Sie schockierten mich nicht weniger als das was ich damals erleben mußte und unserer Tage noch in der Liturgie erlebe. Müßig, an dieser Stelle auf Detail einzugehen.

So lange nun so viel Fanatismus in der Luft lag, die alte Form des römischen Ritus immer den Ruf des Verbotenen hatte und es trotz Indult immer noch etwas beinahe anrüchiges hatte, eine Hl. Messe in dieser Form zu besuchen, wollte ich das einfach nicht. Insbesondere die schismatische Piusbruderschaft machte in erheblicher Weise Stimmung, schien aber die Messe nur zu einem Zweck zu mißbrauchen, nämlich “hinters Konzil zurück” zu kommen.
Besonders in dieser Hinsicht bin ich unserem Heiligen Vater dankbar für das Motu Proprio, denn nun müssen sie die Maske fallen lassen und sagen, was sie wirklich wollen.

Auf der anderen Seite können nun alle, die dies wollen, die Hl. Messe in der alten Form mitfeiern, ohne in den Geruch einer Sonderposition zu kommen oder sich rechtfertigen zu müssen.

So konnte ich heute abend eine Hl. Messe in der alten Form feiern, ohne mir dabei komisch vorzukommen.

Endlich mal sehr bewußt mitzufeiern, was man nur in der Theorie gelernt und studiert hat, war sehr interessant. Die strengen Rubriken bewirken einen optischen Eindruck, der Klasse ist. Die Stille, die Gregorianik und die sehr andächtige Teilnahme der Meßbesucher war tief beeindruckend.
Die Messe war sehr gut besucht, ca. 60 Menschen jeder Altersstufe hatten sich in der Krypta des Hohen Doms zu Paderborn versammelt. Über ihre Motivation kann ich nur spekulieren, in jedem Falle waren alle sehr intensiv dabei. Seien sie nun Ästheten, Rubrikenfans, Traditionalisten, Neugierige oder einfach normale Meßbesucher, wie auch immer, die Atmosphäre war sehr fromm. Die Predigt hat mir sehr gefallen, die Ministranten verstanden es ihren Dienst sehr würdig zu versehen. Auch knieend Mundkommunion zu empfangen, bereitete mir keine Probleme. Mehr noch, mich hat die Disziplin und Ruhe bei der Kommunionausteilung sehr beeindruckt. Es hat niemand gedrängelt und niemand störte es, daß der Priester allein die Kommunion spendete. Durch die längere (im übrigen sehr schöne) Kommunionspendeformel dauert es ohnehin länger.

Unterm Strich kann ich nur sagen, daß es für mich kein Problem war, die Hl. Messe in dieser Form zu feiern.

Wenn ich morgen abend in meiner Heimatstadt
in die Stiftskirche zur Hl. Messe gehe,
werde ich nicht das Gefühl haben,
etwas anderes zu tun als heute Abend im Dom.
Vermissen werde ich auch nichts.

Es ist die eine Hl. Messe im römischen Ritus.

Bei der alten Form fremdele ich ein klein wenig und das wird sich auch so schnell nicht ändern.



Das geknickte Rohr
Sonntag, 13. Januar 2008, Sonntag, 13 Januar 2008, 22:04:39 Uhr
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In den letzten Wochen geistern alle möglichen und auch eine Menge unmöglicher Ideen zur Verschärfung des Jugendstrafrechts durch die Medien. Leider ist vieles davon schlichte Wahlkampfpropaganda und hat bei genauerem Hinsehen weder Substanz noch bietet es eine echte Perspektive.

Coole Idee, Jugendliche, die nicht funktionieren, einfach in Bootcamps zu sperren.
Dort werden sie gebrochen und wieder zusammengesetzt.
Im Zuge der Diskussionen, aber nicht erst seit der wahlwerbewirksamen Aussage von Roland Koch machen mir die zunehmende Jugendgewalt und -kriminalität zunehmend Sorgen. Selbst in einem kleinen Nest, wie es meine Wahlheimatstadt ist, kommen mehr und mehr Straftaten, begangen durch Jugendliche vor. Die Palette reicht von Graffiti, eingeschlagenen Scheiben, Diebstählen bis hin zu Körperverletzungsdelikten.
Häufig werden sie unter Alkoholeinfluß begangen. Häufig kommen sie aus unübersichtlichen Cliquen heraus, die sich in dunklen Schuleingängen, Parks und Hausecken treffen.
Sie treffen sich dort, weil sie keinen anderen Ort haben, an dem sie sich treffen können und sie trinken Alkohol, weil es so cool ist.
Der Staat reagiert auf allen Ebenen mit den bekannten Maßnahmen: Gesetze werden verschärft.
Auch in meiner Heimatstadt wird ernsthaft darüber nachgedacht, daß der Alkoholgenuß “unter freiem Himmel”, will sagen auf der Straße, soll per Satzung (Kommunales Recht) verboten werden. Straßen- und Schützenfeste werden natürlich ausgenommen.
Wie sieht die Botschaft aus?
Ist doch klar, wenn die Spießer mit Holzgewehr durch die Straßen laufen, dürfen sie auch saufen.

In seiner Predigt ging unser Pfarrer auf diese Problematik ein.
Gott handelt anders:

Das geknickte Rohr zerbricht er nicht
und den glimmenden Docht löscht er nicht aus;
ja, er bringt wirklich das Recht. Jes 42,3

Für irgendwas ist ja so’n Pastor auch gut …

Meine Gedanken gingen nach der Predigt noch einmal in eine alt bekannte Richtung, die mir die Predigt erneut in Erinnerung gerufen hat. Jesus bricht das geknickte Rohr nicht, er löscht den glimmenden Docht nicht aus.
Auf die Jugendlichen bezogen, bedeutet dies, daß es nicht im Sinne Gottes ist Jugendliche in Bootcamps einzusperren, zu brechen und wieder aufzurichten. Sicher, so gab auch der Pfarrer zu, gibt es hoffnungslose Fälle, bei denen nur noch wegsperren hilft. Leider ist das eine Tatsache, die sich nicht leugnen läßt.
In der großen Mehrheit sind die Jugendlichen, die auffällig oder sogar schon straffällig werden, Hoffungs- und Perspektivlos. Vielfach nicht oder mangelhaft erzogen, verstehen sie nicht einmal die Basics menschlichen Zusammenlebens. Ernst nimmt sie ohnehin kaum einer, an der Bürgergesellschaft haben sie keinen Anteil.

Es sind die Armen, von denen das Evangelium spricht. Sie sind die Sünder, neben die sich Jesus stellt, als er sich von Johannes taufen läßt. Johannes ruft die Menschen zu Umkehr und Buße auf. Sagt es mal jemand den Jugendlichen, daß sie auf einem Irrweg sind? Sagt man es ihnen zeitig genug, daß sie noch einsehen können, wo sie falsch handeln?
Handelt jemand, so lange der Docht der Einsicht und Formbarkeit noch glimmt?

Auswege

Es gilt Räume zu schaffen, in denen Jugendliche sich aufhalten dürfen.
Am besten so, daß sie selber in Grenzen bestimmen aber auch etwas dafür leisten und sich in ganz geringen Maße an Kosten beteiligen.

Über Richtig und Falsch muß Klarheit geschaffen werden.
Es muß den Kindern und Jugendlichen jemand sagen, was erlaubt ist und was nicht.
Die Gesellschaft darf wehrhaft sein, wenn jeder weiß, woran er sich zu halten hat.

Es müssen Menschen für die Jugendliche da sein.
Sie brauchen faire, ehrliche und aufmerksame Ansprechpartner. Keine Weicheier, wie sie das Klischee des Sozialarbeiters nicht selten zeigt. Die Menschen, die für sie da sind müssen ihnen auch unangenehme Wahrheiten sagen dürfen.

Es ist nicht zuletzt Aufgabe der Kirche, diese Auswege aufzuzeigen und so weit es geht auch anzubieten. Die Versorgung bürgerlicher Gemeinden ist sicher eine wichtige Aufgabe, doch der Verkündigungsauftrag der Kirche zielt gerade auf diese, die keine Perspektive mehr haben, die sich in Gewalt und Straftaten verstricken. Der Verkündigungsauftrag, den Jesus vorlebt, indem er sich mit den Sündern bei Johannes anstellt, zielt auf die, die unsere Bürgergesellschaft in Bootcamps sperren will.

Als Johannes protestiert, sagt Jesus:

Laß es nur zu! Denn nur so können wir die Gerechtigkeit (die Gott fordert) ganz erfüllen.Mt 3,15

Niemand wird die Verhältnisse von heute auf morgen ändern können, auch kein Pfarrer und erst recht kein Politiker.
Den Bestrebungen, per Verschärfung des Jugendstrafrechts das Problem durch wegschließen zu lösen, werde ich Widerstand leisten. Auch und gerade in meiner eigenen Partei.

Wir müssen uns (nicht unbedingt in der Dunkelheit und wenn sie angetrunken sind) zu den Jugendlichen stellen.
Wir können sie nicht aufgeben oder wegschließen.
Sie sind die Zukunft unseres Landes.
Löschen wir den glimmenden Docht nicht aus.

Das geknickte Rohr zerbricht er nicht
und den glimmenden Docht löscht er nicht aus;
ja, er bringt wirklich das Recht. Jes 42,3