Sonntag, 22. November 2009, Sonntag, 22 November 2009, 22:32:45 Uhr
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Der heutige letzte Sonntag im Jahreskreis ist nach dem neuen liturgischen Kalender das Hochfest Christkönig. Im alten Kalender lag dieses Fest auf dem letzten Sonntag im Oktober. Pius XI. schildert in der Enzyklika “Quas primas” die Gründe und Hintergründe für die Einführung dieses Festes.
Zwei Aspekte dieses Festes standen für mich in diesem Jahr im Zentrum der Betrachtung über das Fest.
1. Christus ist der wahre Herrscher
2. Wir gehen dem kommenden Christuskönig entgegen
1. Christus, das betont Pius XI. ist unser wahrer Herrscher. Im Jahr 1925, in einer Zeit als sich in Europa langsam aber sicher die totalitären Regime ausbreiten, setzt der Papst damals ein Zeichen, wer für den Christen der wahre Herrscher ist. Vor Pilatus sagt Jesus, sein Reich ist nicht von dieser Welt. So ist es ein Reich, daß in unsere Zeit hineinragt, hier ihren Anfang nimmt, doch hier nie seine Vollendung finden kann.
Wir sind in der Welt aber streng johanneisch nicht von der Welt. So ist unsere Regierung zwar innerweltlich und nach Paulus kommt jede Obrigkeit von Gott, doch wir Christen wissen noch einen König über allen Königen (und Kanzlern und Ministern und Präsidenten … ) und nach allen Königen unserer Zeit.
In der Welt sind wir als Christen in der Pflicht, mitzuwirken am kommenden Gottesreich, jeder dort, wo er gerade ist. Wir dürfen und sollen auch politisch sein und handeln, doch unser Blick geht auf Christus.
2. So gehen wir dem kommenden König entgegen. Der neue Kalender setzt diesen Akzent sehr deutlich, indem das Christkönigsfest der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist. Ab Pfingsten gehen wir liturgisch der Parusie entgegen. Über den Sommer mit seinem Werden und dem Herbst mit der Ernte der Früchte und dem langsamen vergehen, steuern wir den November an. Nachdem wir dann zu Anfang des November der Toten gedacht haben und am vergangenen Sonntag noch einmal in Lesungen und Evangelium ein deutlicher Hinweis auf das apokalyptische Ende der Welt gegeben wurde, singen wir heute
Christkönig – Halleluja.
Lange Jahre war das Christkönigsfest das Fest der katholischen Jugend. Ein Fest, zu dem die jungen Menschen ihr Bekenntnis ablegten, wo ihr eigentlicher König ist. Heute ist dies leider in Vergessenheit geraten. Es wäre schön, wenn dieser Aspekt einmal wieder in den Blick kommen könnte.
Sonntag, 15. November 2009, Sonntag, 15 November 2009, 21:26:12 Uhr
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Für einen Zeitraum von nahezu drei Jahren “verzierten” Baugerüste den Anblick der Stiftskirche in Geseke. Nun sind die Arbeiten an der Außenhaut unserer Stiftskirche abgeschlossen. Die Kirche hat ihr Aussehen etwas verändert, weil ein Schlämmputz aufgetragen wurde. Zum Nachteil gereicht es nicht. Nach Abschluß der Arbeiten am Kirchengebäude wurden auch die Außenanlagen neu angelegt. Dabei hat man sich entschlossen, die Kirche künftig mit LED – Technik anzustrahlen. Neben der Möglichkeit nun einige Teile des Bauwerks farbig anzustrahlen, wurde ein Konzept entworfen, bauliche Details mit Licht gezielt hervorzuheben.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen, finde ich. Auch die Energiebilanz dieser üppigen Ausleuchtung hat es in sich, denn die gesamte Anlage verbraucht, wenn alle Lampen leuchten, in etwa so viel wie ein handelsübliches Bügeleisen. Das ist deutlich weniger als bislang schon einer der Strahler verbrauchte, die einfach nur einen Lichkegel an den Turm warfen, so wie man es eben von angestrahlten Kirchen kennt.
So kann die Kirche nun der (Kirchen)Jahreszeit entsprechend angestrahlt werden.
Mehr Bilder kann man sehen, wenn man auf das Bild klickt oder einfach hier.
Wer lesen mag, wie ER bei mir angeklopft hat, kann dies in dem Buch tun und bekommt noch 11 mindestens ebenso spannende Bekehrungsgeschichten dazu.
Es ist immer wieder erstaunlich, welch seltsame Wege Gott sich sucht, um uns zu ihm zu führen.
„Wird das Leben durch den Glauben einfacher? Nicht unbedingt. Aber sinnvoller, erfüllter, krisenfester. Die Welt ändert sich nicht, wenn ein Mensch zu Gott findet. Aber dieser Mensch sieht sie mit neuen, wacheren Augen – und hat zusätzliche Ressourcen, um Schwierigkeiten zu bewältigen. Allerdings sind die bewussten Christen, die ich kenne, nicht gläubig aus Nützlichkeitserwägungen, sondern weil sie von der Wahrheit der christlichen Offenbarung überzeugt sind. Diese Haltung wird bei den christlichen Märtyrern aller Jahrhunderte am allerdeutlichsten: Im irdischen Sinne nützlich war ihr Glaube und das daraus folgende Handeln für sie keineswegs.
Dennoch waren sie überzeugt davon, dass der Einsatz ihres Lebens sich lohnte. Im Deutschland des 21. Jahrhunderts ist Martyrium wenig wahrscheinlich. Allenfalls ein schwacher Abglanz davon durch abfällige Bemerkungen von Mitmenschen, Karrierehindernisse oder Ähnliches. So what? Unterm Strich bedeutet der Glaube nicht Verzicht und Einschränkung, sondern Zugewinn. Wie ein Bekannter es neulich mal etwas flapsig formulierte: ‚Erlöst zu sein ist ein geiles Gefühl!’ – Im Neuen Testament klingt das etwas seriöser: ‚Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.’ (Joh 10, 10) Und das bezieht sich durchaus nicht erst auf das Jenseits.“
Auszug aus dem Vorwort der Herausgeberin Birgitt Kerz
Dienstag, 10. November 2009, Dienstag, 10 November 2009, 23:41:48 Uhr
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In meinem Lieblingsforum haben wir uns erzählt, wie wir den 9.11.1989 und die Zeit drumherum erlebt haben.
Ich möchte meinen Leser hier meinen Bericht nicht vorenthalten.
1989 war ich in einem Kolleg, wo ich mein Abi auf dem 2. Bildungsweg gemacht habe. In dem Haus wohnten damals ca. 120 mehr oder weniger junge Männer. Im Sommer 1989 nach den Sommerferien hatten wir einen neuen Mitschüler, der über Ungarn abgehauen war. Schon was der zu erzählen hatte, war sehr, sehr spannend.
Im Herbst spitzte sich die Situation immer weiter zu. Montagsdemos, Regierungswechsel in Ost- Berlin, immer mehr und mehr Bürger der “DDR” verließen ihr Land. Am 9. November hörten wir in einem der Gemeinschaftswohnzimmer in der Tagesschau die Pressemeldung von Günter Schabowski. Ungläubiges Staunen … Was heißt das jetzt? Ist die Grenze auf?
Wenige Minuten später kamen andere dazu. Aufgeregte Diskussionen setzten ein.
Einige Zeit später, der Fernseher lief im Hintergrund weiter, weil wir spürten, daß da was in der Luft lag, begann eine Sondersendung. Wir sahen wie Menschen vor dem Brandenburger Tor auf der Mauer standen. Die ersten sprangen runter auf die Ostseite … und es passierte … nichts. Die Grenzsoldaten schauten zu.
Dann wurden Bilder vom Grenzübergang Bornholmer Straße eingeblendet. Erst vereinzelt, dann in Massen strömten die Menschen von Ost nach West.
Wir hatten Schüler aus Berlin im Haus. Wie die sich gefühlt haben mußten, ist unbeschreiblich. Es gab Tränen, Umarmungen und Jubelgeschrei. Dann hörte man plötzlich jemanden laut rufen:
“Wir fahren nach Berlin!” Unsere Berliner hatten sich zusammengetan und einen Fahrer gefunden.
Irgendwer kramte eine Deutschlandfahne hervor, die zogen wir am Fahnenmast vor dem Haus auf. Jemand läutete die Glocke im Dachreiter auf dem Kolleg. Wir standen draußen, sangen die Nationalhymne und dann “Großer Gott wir loben Dich”. Plötzlich tauchte auch irgendwo Sekt auf und ein paar Sylvesterraketen.
So verabschiedeten wir “unsere” Berliner.
Sie kamen am 11.11. gegen Mittag zurück.
Völlig übernächtigt, da sie bis auf ein paar Stunden in der Nacht zuvor durchgemacht hatten.
Was sie erzählten war das, was man auf den Bildern in den vergangenen Tagen sehen konnte.
Ganz Berlin war eine Party.
Einer meiner Klassenkameraden verbrachte den 10.11.1989 komplett vor dem Fernseher. Er weigerte sich am Unterricht teilzunehmen, weil er befürchtete die Wiedervereinigung zu verpassen. Es dauerte dann ja doch noch ein Jahr, aber die Stimmung hielt noch lange an.
Einige von uns nutzen die Gelegenheit und fuhren bald “nach drüben”.
Gestern abend waren die Bilder wieder so präsent wie damals, und ich sehe noch heute lebendig vor Augen, wie vor dem Kolleg die Deutschlandfahne weht, fast kann ich uns noch das Te Deum singen hören.
Unsere Lehrer waren in den Tagen sehr nachsichtig mit uns, denn unsere Gedanken waren, zumal wir direkt betroffene in unseren Reihen hatten, sehr oft mehr in Berlin als bei Cicero, Goethe, Pascal und Konsorten.