Das Bloggertreffen war

( ) super
( ) gut
( ) ziemlich gut
( ) es ging so
( ) ziemlich schlecht
( ) schlecht
( ) unter aller Kanone

Diese Ankreuzliste mag es Nichtteilnehmern erleichtern, uns Teilnehmern zu erklären, wie das Bloggertreffen denn wirklich war. Man erinnert sich, daß nach dem ersten Treffen in Freiburg einige Donnerpolterwetter losgingen, in denen uns Teilnehmern von Nichtteilnehmern die Augen geöffnet wurden, wie es denn in Wirklichkeit war.

Ab hier beginnt mein Bericht über das Bloggertreffen.

 

– natürlich völlig subjektiv – icon_cof
blogoezese2013_01_200pxDas Bildungshaus auf dem Venusberg in Bonn ist sehr schön gelegen. Der Standard des Hauses ist allerdings eher bescheiden. Man merkt dem Haus das Alter einfach an. Auch der Zugang zu späterer Stunde ist ein wenig spannend, weil pro Gruppe nur eine begrenzte Zahl Hausschlüssel existieren. Man merkt die primäre Zielgruppe des Hauses: Jugendgruppen. Kreativ, wie Blogger nun einmal sind, wurde auch dies Problem gelöst. Am Freitag haben wir, nachdem fast alle Teilnehmer eingetrudelt waren, den Abend mit dem Essen begonnen und uns dann in unserem Tagungsraum versammelt. Der erste große Schreck war die Abwesenheit eines allgemein zugänglichen WLAN. Jeder Teilnehmer konnte einen Zugang gegen Zahlung von 5 €uronen erwerben, dazu mußte der Personalausweis vorgelegt werden, ein aus Sicherheitsgründen für individuellen Internetzugang in Bildungshäusern nicht unübliches Verfahren. UMTS ist mein Freund, dachte ich mir und verzichtete auf WLAN. Nicht optimal, aber davon läßt man sich ja die Tagung nicht verderben.

Das Programm fing nach der Begrüßung durch Norbert Kebekus mit einer lockeren Austauschrunde an. Kein Stuhlkreis oder Ringelpietz, sondern ein Überblick, was motiviert mich zum Bloggen, was sind meine Themen, warum bin ich hier. Eine kurze Einführung in die Themen und den Plan für den nächsten Tag folgte.

Dann war schon Zeit für die Komplet und den gemütlichen Teil.

Der Samstag war geprägt von Vorträgen, Gesprächen und Diskussionen. Wie schon in der Einladung zu erkennen, war die Liste der Referenten hochkarätig besetzt. Von katholisch.de waren Dr. David Hober, Steffen Zimmermann und Christoph Meurer da.  Von der DBK waren Matthias Kopp, Pressesprecher und Christiane Kolfenbach, verantwortlich für dbk.de  zu uns gekommen. Andreas Püttmann, Journalist und Publizist ergänzte die Runde. Referate und der lebendige Austausch mit den anwesenden Bloggern  über die Arbeit der Referenten folgten jeweils den interessanten Impulsreferaten.

Spannend war es vor allem, die gegenseitige Wahrnehmung voneinander zu erfahren. Die Profis im kirchlichen Medienbetrieb katholisch.de begegneten uns mit jeder Menge Neugierde, die aber auch ihnen von uns entgegen gebracht wurde. Kritische Fragen wurden offen beantwortet und Anregungen gerne aufgenommen. Zuweilen hatte ich den Eindruck, das die Profis durchaus etwas aus den Gesprächen mit uns mitnehmen konnten. katholisch.de wurde mal in einem Aufsatz als ein Supertanker im Vergleich zu den schnellen Sportbooten, den Weblogs bezeichnet. Dieser Eindruck hat sich durchaus bestätigt. Wenn ein Blogger mal eben ein Plugin installiert, um eine zusätzliche Funktion zu bekommen, muß eine Plattform wie katholisch.de einen ganzen Stab von Mitarbeitern in Bewegung setzen, um denselben Effekt zu erreichen. Was technisch gilt, gilt vergleichbar auch inhaltlich. Der Blogger haut in die Tasten, bei katholisch.de entscheidet die Redaktion über die Inhalte. Manches muß sogar zugekauft werden, weil es mit eigenen Kräften gar nicht machbar ist. Die Unterschiede sind gewaltig.

Andreas Püttmann referierte über die katholische Medienlandschaft und den Zustand der katholischen Publizistik (eigener Bericht dazu folgt). Matthias Kopp berichtete vor allem aus Arbeit der Pressestelle der DBK und seinem Alltagsgeschäft, das im Grunde kaum mal einen Alltag kennt. Auch er begegnete uns Bloggern mit einer großen Portion Neugier und stellte sich bereitwillig unseren Fragen. Mit allen Referenten wurde auch die Frage möglicher Kooperationen erörtert. Einhellig war man der Meinung, das mal gründlich auszuloten, was da geht. Ideen waren an dem Tag schon reichlich vorhanden. Natürlich wird in solchen Gesprächen nichts konkret und vieles, was als gute Idee entsteht, mag den Reibungen der Realität nicht oder erst nach einem langen Weg standhalten, doch für die Zukunft gibt es ganz sicher Optionen für alle, die das wollen.

Am späteren Nachmittag mußte ich dann noch mal in die Bütt und habe einen – jetzt ich doch fast geschrieben „Sachstandsbericht“ … püh , gerade noch mal gutgegangen – Überblick über den Verlauf unseres Blogprojekts zum Jahr des Glaubens gegeben. Wir haben seit dem Bestehen dieses Blogs im Schnitt alle 2 Tage einen neuen Beitrag dort veröffentlicht. Kein Grund uns auszuruhen, da das Interesse an dem Blog mit dem Papstwechsel ein wenig nachgelassen hat. Ferner habe ich das Projekt #blognetz von Luca Hammer und über das Projekt reclaim von  Felix Schwenzel und  Sascha Lobo berichtet. Beide Projekte lohnen aus meiner Sicht einen zweiten und dritten Blick.

Der Programm des Samstags endete mit einer offenen Themenrunde, wo es um ganz alltäglich oder weniger alltägliche Bloggerfragen ging. Etwas länger wurde über die Frage von Themenblogs diskutiert. Diese Diskussion wird sicher noch weiter gehen.

Der Samstag selbst schloß mit der Komplet und einen anschließenden gemütlichen Abend. Noch nie habe ich Thomas getroffen, ohne daß er eines seiner Instrumente bei sich hatte. Und was dabei rauskommen kann, sieht man hier:

 

Am heutigen Morgen nach dem Frühstück zerstreute sich die Gruppe und besuchte unterschiedliche Messen in Bonn und Köln. (Einige wurden gebeten in St. Aposteln die Schola zu unterstützen.) So kam es zum stückweisen Abschied und der Hoffnung und Freude auf ein nächstes Treffen.
Ein weiteres offizielles, d.h. vom Referat Medienpastoral der Erzdiözese Freiburg organisiertes, Bloggertreffen wird es auch im kommenden Jahr wieder geben.
Ein inoffizielles (Wir sind Blogoezese! 😉 ) wird es hoffentlich zu Libori in Paderborn am 27.7. nach der Vesper wieder geben. Ein weiteres dräut schon früher.

Allen Teilnehmern an dem Treffen eine gute Heimkehr und hoffentlich auf ein baldiges Wiedersehen.

Und mein Fazit: Das Bloggertreffen war echt klasse!
Danke an Norbert für die Organisation.

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18 Responses to Das Bloggertreffen war

  1. Juergen sagt:

    Es bleibt, um die Anfangsfrage gleich zu beantworten, festzuhalten, daß das Bloggertreffen gar nicht gut gewesen sein kann, weil ich nicht da war.

    So, nun ist das auch gesagt.
    Manchmal muß halt gesagt werden, was gesagt werden muß.

    :-)

  2. Herzlichen Dank für diesen Bericht. Der wär mir nicht so gut gelungen, weil mir die Enttäuschung über die ständigen Themendiskussionen auf die Nerven gegangen ist. Mir fehlte das Bloggerfeeling, das ich von anderen Treffen kenne. Aber alles, was du beschrieben hast, kann ich so unterstreichen. Für das nächste Treffen würde ich mehr von dem Input wünsche, den du gegeben hast, nachdem ich schon aufgegeben hatte, die Segel gestrichen und das Spielfeld verlassen.
    Grad das finde ich am Bloggen so wertvoll: wir veröffentlichen, was wir leben. Das macht dann die Vielfalt unserer Kirche im Netz sichtbar. So Sachen wie das reclaim-Projekt gibt es im Netz, spannend, entwicklungsfähig, offen, rufen zur Mitarbeit auf. Über sowas würde ich mich gern mehr austauschen.
    Wenn es um Content geht: die Bundestagswahl wird uns Gelegenheit geben, uns einzumischen. Bin grad dabei, Infos über Kirchensteuer zusammenzutragen: Futter zum Argumentieren.

    • Cicero sagt:

      Es war natürlich am Programm schon zu erkennen, daß es eher darauf hinaus laufen würde. Es stimmt natürlich, daß auf anderen Bloggertreffen oder auch auf Barcamps mehr Technik stattfindet.
      Bei den beiden bisher von der Medienpastoral Freiburg veranstalteten Bloggertreffen standen thematische Fragen eher im Vordergrund.

      Mein Beitrag war ehrlich gesagt mal ein Versuchsballon.

      Es wäre für mich ganz und gar nicht unspannend, mal ein Themen mit mehr technischen und / oder graphischen Fragen aufzunehmen.
      Ich gebe diese Anregung gerne mal weiter.

  3. Admiral sagt:

    Schade, daß ich nicht dabei war. Aber ich seh mal zu, daß ich zim Alipianische Treffen komme.

    Ach so: das Treffen war natürlich
    (x) unmöglisch
    (Weil viel zu wenig getwittert wurde! *mopper*) :-)

    • Cicero sagt:

      Das lag vermutlich an zu wenig WLAN in der Luft, welches dem Gezwitscher als Trägerwelle hätte dienen müssen.

    • Andrea sagt:

      Ich fand das Moppern auf Twitter übrigens eher motivationsstörend als -fördernd. 😉

      • Admiral sagt:

        Das war nur die Verzweiflung der nichtdagewesenen. So was mußt Du aushalten! :-)

  4. Cinderella01 sagt:

    Mensch, das ist ja toll,
    kaum zu Hause eingetroffen (wir hatten ja den weitesten Weg) und schon steht der erste Bericht im Netz inkl. eines Videos von einem unvergesslichen Abend!
    Danke

    Und das Bloggertreffen war super! Und wenn’s beim nächsten Mal in München stattfinden sollte, verspreche ich (in der Theatinerkirche 10:30) eine komplette lateinische Messe!

    • clamormeus sagt:

      Also wenn‘ s nur um’s Latein geht: da könnte man in München schon um 8:45 in der Damenstiftskirche (FE) anfangen und dann nach kurzem hübschen Fußweg bei den Dominikanern (FO) bis zum Angelus weitermachen. Der Weg führt am Dom vorbei. Kurz: man könnte die Liturgiereform ganz sinnlich konkret für den heutigen Menschen im Heute abschreiten und hinterher im Hofgarten drüber reden, wenn man denn möchte. Wo gibt’s das sonst?! :-).

    • Andrea sagt:

      Nun ja, es gäbe in der Münchener Innenstadt ja genug Kirchen, wohin ich ausweichen könnte … oder anders gesagt: nein, Latein ist nicht jedes Blogoezesanen Freude.

      • clamormeus sagt:

        Kein Problem. Deutsch – exegetisch predigend, deutsch – befreiungstheologisch, deutsch – anbetend, aber auch ungarisch, irisch, griechisch, serbisch, italienisch, bulgarisch, francophil afrikanisch…. alles machbar, alles in der Nähe, am Geschmack sollte es nicht scheitern, wenn denn Latein als Liturgiesprache nur eine Geschmacksfrage ist, verstehe ich heutzutage gewiise grundsätzliche Animositäten dagegen gar nicht, als ob jemand gezwungen wär :-)

    • Stanislaus sagt:

      Also in Bonn konnte man alles haben: Eine Gruppe hat sich für eine Familienmesse entschieden, andere für ein Choralamt in lateinischer Sprache (ordo novus) und wieder andere sind zu Hause in die Hl. Messe gegangen.

  5. Geistbraus sagt:

    Bins womöglich ich, der hier zitiert wird? :)

    ich will nur nochmal darauf hinweisen, dass es mir damals nicht darum ging, „Teilnehmern die Augen zu öffnen, wie es denn in Wirklichkeit war“, sondern dass ich lediglich in etwas überaffirmativer Form den Bloggerkollegen Ultramontanus gegen einen Shitstorm in Schutz genommen habe, den seine Kritik an einem Text von Norbert Kebekus (und keineswegs am Treffen) ausgelöst hatte.

    • Cicero sagt:

      Bins womöglich ich, …

      Gut erkannt!

      • clamormeus sagt:

        Als damals sozusagen neutraler Beobacher möchte ich mir die Bemerkung erlauben, daß des Geistbraus hier affirmierte Intention auch unmittelbar textimmanent erkannt wurde.
        Und manche Reaktion darauf schien mir die von ihm vermißte Hamletsche Crazyness zu reanimieren – win-win?

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