Abgelegt unter: katholisches
Jetzt ist es ausgerechnet ein Stöckchen, mit dem ich wieder anfange zu bloggen. Dabei ist das Thema des nächsten Blogeintrags doch schon lange klar. Nur ich zögere es hinaus, weil ich nicht so recht weiß, wie ich es anfassen soll. So ist es nun doch ein Stöckchen und vielleicht wird der geplante Blogeintrag nie geschrieben oder später oder ganz viel später. Wer weiß.
Amica schmeißt mit Holz um sich und zielt nach mir. Gefangen habe ich das Stöckchen auch nur deshalb, weil es ein virtueller Wurf war. Einen Ball oder Stock fange auch ich im wirklichen Leben höchstens zufällig.
Rollt man das Papier ab, mit dem das Stöckchen umwickelt ist, findet sich darauf der folgende Auftrag:
Schreibe auf, mit welchen zehn Menschen Du gern eine Nacht bei Wein und Gespräch verbringen würdest?
Gesagt – getan.
Spontan habe ich, wie es mir in den Kopf kam 10 Namen aufgeschrieben. Mit etwas nachdenken habe ich hinzugefügt, was mich bewegt, wenn ich daran denke, mit diesen Menschen eine ganze Nacht lang reden zu können. Themen gibt es reichlich und zu jeder und jedem könnte ich einen ganzen Roman schreiben, doch ich beschränke mich auch hier auf die ersten Gedanken, die mir in den Kopf kommen.
1. Madeleine Delbrêl
Wie bringe ich Gott in meinem Alltag unter, wo kann ich ihm den rechten Platz einräumen, in einer Welt, die sich Gott so sehr verschließt? Wie hast Du das gemacht?
2. Carlo Carretto
Wir sollten mal über die Wüste reden, Fratello Carlo. OK, ich bin erst ein Lebensjahr später in meine Wüste gezogen als Du, doch sie war und ist nicht weniger rauh und heftig. Doch auch meine Wüste hat mir geraubt, was ich nicht mehr nötig habe, radikal und ohne Rücksicht. Jetzt führt sie mich auf neuen Wegen. Fratello Carlo, wie orientiert man sich in der Wüste?
3. Nils Stensen
Wie lebe ich in einer Welt, in der ich über Gott reden muß, die aber nichts von ihm hören will. Ist das reden mit Gott der einzig wirkliche Weg, über ihn zu reden?
4. Petrus
Mein Namenspatron, erst Fischer, dann Chef der Apostel. Wie bekommt man es hin, auf die Weisung des Herrn hin, sein Leben so radikal zu ändern? Ich kann verstehen, daß er manchmal Angst hatte und darum falsch gehandelt hat. Doch Jesus hat ihn immer wieder auf die Spur gesetzt. Hat das nicht oft weh getan?
5. Paulus
Eine Nacht pro Brief? OK? Na gut, die Deuteropaulinen handeln wir schneller ab.
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll … Vielleicht … Wie hast Du es geschafft, die anderen Apostel von Deiner Ernsthaftigkeit zu überzeugen, ich meine ja nur, … nach der Vorgeschichte.
6. Benedikt von Nursia
Ich stelle keine Frage, ich höre erst einmal nur zu.
Dann stelle ich am Ende doch eine: Was kann uns, die wir in der Welt leben, Deine Regel heute sagen?
7. Clara von Asissi
Erzähl mir Clara, wie war das mit Franziskus? Was hat Dich an diesem verrückten Kerl so fasziniert, daß er in der Lage war, Dir diesen einzigartigen Weg zu weisen?
8. mit meinem Bischof
Ich würde mit ihm über die Situation in unserem Bistum sprechen. Ich würde ihm gerne mal erzählen, daß es hier draußen Menschen gibt die wirklich Gott suchen. Manchmal habe ich das Gefühl, er weiß es nicht und das macht mich traurig.
9. Edith Stein
Also erstmal müßte ich mich bei ihr entschuldigen, sie weiß, warum. Dann würden wir vermutlich die ganze Nacht über Philosophie und Johannes vom Kreuz reden.
10. P. Pius Parsch
Hast Du das, was wir jetzt zuweilen in der Liturgie erleben, so oder ähnlich auch erlebt? Was hat Dich umgetrieben, so sehr auf eine Reform der Liturgie zu drängen. Ist die Liturgiereform so, wie Du sie Dir vorgestellt hast? Was würdest Du Dir anders wünschen?
Völlig außer Konkurrenz: Jesus Christus … ist ja klar.
Tja … und jetzt bekomme ich ein Problem. Weiterwerfen …
Habe ich noch Leser? Wenn ja, wer es liest, mag das Stöckchen fangen.
3 Kommentare bisher
Hinterlasse deinen Kommentar!
Hey!
Hier ist ja wieder was los! Und ich merk’s jetzt erst…
Ich hasse es eigentlich, so blös besserwisserisch daherzukommen, aber da Pius Parsch auch Klosterneuburger und somit Augustiner-Chorherr war, sollte vor seinem Namen kein “P” stehen, wenn es denn – wie ich vermute – “Pater” bedeutet. Besser wäre es, hintendran ein “can.reg.” zu setzen.
Wie gesagt, sonst naseweise ich nicht so gerne rum, aber wenn’s meinen Orden betrifft, verstehe ich keinen Spaß
Jetzt bin ich platt.
Also nicht Pater?
OK. Ich bin ja lernfähig.
Nee, nicht Pater.
In der direkten Anrede heißt es bei Chorherren tatsächlich “Herr” und dann der betreffende Ordensname. Das klang für mich anfangs immer etwas komisch, da ich es gewohnt war auf “Herr” einen Familiennamen zu hören. “Herr Alipius” statt “Herr Müller” klang da seltsam…
Naja, jetzt habe ich mich natürlich längst dran gewöhnt.
Kommentar von alipius am 06.03.2010 um Samstag, 6 März 2010, 18:51:38Einen Kommentar hinterlassen
