Aus dem Motu Proprio zur Gründung des Rates für die Förderung der Neuevangelisierung:
Deshalb legen Wir im Licht dieser Reflexionen, nach sorgfältiger Prüfung aller Dinge und nach Einholung der Meinung von Experten, fest und bestimmen wie folgt:
[...]
Art. 3Aus den Aufgaben des Rates werden als Pflichten hervorgehoben:
[...]
4° die Anwendung neuerer Formen sozialer Kommunikationsmittel zu bewerten und sich um diese als Instrumente einer neuen Evangelisierung zu kümmern;
Wir sind dran.
Ne, echt jetzt wirklich!
Jetzt können wir uns nicht mehr drücken oder uns darauf hinausreden, es wolle ja keiner.
Es kann aber auch keiner mehr sagen, wir seien ja gar nicht angefragt.
Wir haben es nun schriftlich und amtlich:
Neuevangelisierung findet auch im Internet statt!
Es ist festgeschriebene Aufgabe des neu gegründeten Rates für die Förderung der Neuevangelisierung (weia … können wir nicht einfach Missionsrat sagen? ), zu prüfen, wo und wie auch in den neuen Formen sozialer Komunikationsmittel evangelisiert werden kann und soll. Es wären da schon ein paar Blogs und facebook- Gruppen im Angebot. Internetseiten von Diözesen, Gemeinden und Privatleuten bieten sich ebenso an, wie Foren und andere Plattformen.
Man könnte auch mal den Gedanken überprüfen (überprüft werden soll ja !!!), was denn z.B. mit Onlinespielen ist. Viele dieser Spiele bilden auch soziale Netze aus, in denen wir aktiv werden können.
Nein! Bitte nicht auf den Gedanken kommen, in Stammes-, Gang- Horden-, Gilden- und ähnlichen Foren wie wild zu predigen. Kommt man dort mit Menschen in Kontakt, dann kommen ganz zwingend irgendwann die Fragen: Was bist Du denn für einer / für eine?
Solche Fragen kann man beantworten. Ganz ehrlich und aufrichtig. Wer fragt, der verkraftet die Antwort.
Dies ist nur ein Beispiel von vielen, die gemeint sein könnten. Denn wir müssen nicht immer mehr und mehr und noch mehr Internetseiten produzieren, auf die dann ohnehin nur die eigenen Leute schauen. Prüfen, wie unter Anwendung neuer sozialer Kommunikationsmittel evangelisiert werden kann, bedeutet, mit Madeleine Delbrêl gesprochen, uns auf den virtuellen Straßen unserer Zeit zu bewegen und dort sein Wort zu verkünden. Ganz still, ganz leise, nicht aufdringlich …
Onlinespiele, soziale Netzwerke, Foren und viele andere Plattformen sind als virtuelle Räume nicht weniger Real, als die Straße vor meiner Haustür. Wenn ich mit einem Mausklick die Tür dorthin öffne, bewege, lebe, rede und interagiere ich dort. Tue ich das als Christ – und das tue ich immer dann, wenn ich mich als Christ auf Nachfrage zu erkennen gebe – dann kann ich gar nicht nicht evangelisieren.




