Neuigkeiten
Neue katholische Blogs:
Ein Priester aus Nordwestdeutschland schreibt hier unter dem schönen Titel “fortes fide”.
Und Phil hat ein neues Weblog, das sich vorwiegend mit Liturgie in der ordentlichen Form des römischen Ritus beschäftigt.
Dem neuen und dem alten Blogger wünsche ich viel Freude in der katholischen Blogwelt.
St. Erntedank … oder was?

Erntedank 2008
Alle Jahre wieder im Herbst überrascht den Kirchgänger ein so oder ähnlich dekorierter Altar. Erntedank steht an. Aber was soll das denn? Im Gegensatz zum amerikanischen Thanksgivingday, der als Familienfest mit Truthahn traditionell begangen wird, bekommt der Durchschnittsbürger in unserem Land vom Erntedank gar nichts mit.
Wundert mich das? Nö, tut es nicht.
In meiner Kindheit und Jugend war es immerhin noch eine Tagesschaumeldung wert, ob es eine gute, durchschnittliche oder schlechte Ernte gibt. In einer Zeit, in der die Milch vom Discounter kommt, das Brot von (SB-)Bäcker und Äpfel in Folienverpackungen wachsen, ist das Thema Ernte wohl kein Thema mehr. Auch die Lebensmittelpreise werden vom nationalen Ernteertrag wohl weniger beeinflußt als von Einkaufsverhalten der Einzelhandelsketten. Globalisierung auch auf dem Lebensmittelsektor.
Nein, dies wird kein Lamento über ungerechte Wirtschaftsstrukturen.
Es geht mir um etwas anderes. Bekommen wir eigentlich noch mit, woher unser Essen kommt?
Wer einmal den Papierkorb eines Pausenhofes einer beliebigen Schule nach der großen Pause anschaut, findet darin Nahrungsmittel, die ausreichen könnten, eine ganze Familie mehrere Tage zu ernähren. In meiner Kindheit galt es noch als undenkbar überhaupt Lebensmittel wegzuwerfen. Es prägt mich bis heute. Wenn mir mal etwas schlecht wird, verschimmelt oder fault, bekomme ich ein schlechtes Gewissen. Na gut, kann passieren, trotzdem ärgert es mich, vor allem dann, wenn ich nachlässig war.
Es scheint, als fehle das Bewußtsein, woher denn unsere Lebensmittel wirklich kommen. Wer nicht auf dem Land lebt oder gar mit Landwirtschaft zu tun hat, kommmt kaum einmal mit Ernte und dem, was es bedeutet, in Berührung. Erntedank ist ein immer wieder neuer Hinweis, daß wir weniger von Lebensmitteldiscountern als von Gottes Gnade abhängig sind. Auch in Zeiten GPS- gesteuerter Düngung, technologisch gesteuerter Felderträge und allerlei moderner Hilfmittel in der Agrarwirtschaft, weiß der Bauer auch heute noch, daß ohne passendes Wetter und ohne die Erde und ohne …
… ja und ohne Gottes Gnade keine Früchte auf dem Feld wachsen.
Wir haben Grund genug, für die Ernte zu danken.
Wir haben Grund genug, dankbar zu sein, daß wir genug zu essen haben.
Das tun wir in der Kirche in jedem Jahr wieder.
Darum freue ich mich in jedem Jahr wieder über die bunte Dekoration vor dem Altar.
Hart
ist so etwas ja schon.
Dagegen war die gereimte Predigt unseres Vikars ja noch richtig erträglich. Auch wenn sie keinerlei Bezug zu Evangelium und/ oder Lesung hatte. Zu allem Überfluß wurde danach noch applaudiert, was ich überhaupt nicht mag.
Naja, in vergangenen Jahren habe ich am Sonntag vor Achermittwoch schon schlimmeres erlebt.
Büttenpredigten, Priester in kunterbunter Kasel, verkleidete Ministranten … alles schon durchlebt und erlitten. Ich bin eben kein Rheinländer und so geht mir das Verständnis für das närrische Treiben vor Beginn der Fastenzeit fast völlig ab. Mag mich der Rheinländer auch schelten. Auch bei uns wird an dem Donnerstag, der allgemein Weiberfastnacht genannt wird, das Rathaus von Hexen gestürmt. Wann immer es geht vermeide es, dort zu erscheinen. Wenn ich aus irgendwelchen Gründen hingehen muß, bin ich schnell wieder weg. Danach gilt es, sich auch möglichst bis abends von der Innenstadt fernzuhalten.
Da es kein liturgisches Fest 1. Sonntag der Karnevalszeit gibt, möchte ich in der Messe davon einfach nur verschont bleiben. In diesem Jahr hat es, abgesehen von der gereimten Predigt, gut geklappt.
Nunc dimittis
vulgata:
Nunc dimittis servum tuum Domine, *
secundum verbum tuum in pace.
Quia viderunt oculi mei salutare tuum, *
quod parasti ante faciem omnium populorum,
lumen ad revelationem gentium *
et gloriam plebis tuae Israel.
Einheitsübersetzung:
Nun lässt du, Herr, deinen Knecht *
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen, *
das du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, das die Heiden erleuchtet *
und Herrlichkeit für dein Volk Israel.
(Lukas 2, 29-32)
Jeden Abend betet die Kirche das Gebet des greisen Simeon.
Heute haben wir es im Evangelium gehört. Wir feiern heute den Tag, an dem Maria und Josef ihren erstgeborenen Sohn in den Tempel gebracht haben und ihn dem Herrn geweiht haben. So sieht es das Gesetz des Mose vor. Sie tun dort, was alle frommen Juden taten.
Doch der Evangelist Lukas weiß noch von zwei Begegnungen zu berichten, die sich dort ereignen. Simeon und Hanna, zwei ältere Menschen aus Jerusalem erkennen in dem kleinen Kind den Messias. Nach dem Gebet, das uns der Evangelist überliefert, sagt Simeon ein Wort, das auch heute noch so gilt. Jesus, das ist einer, durch den die Gedanken vieler aufgedeckt werden und durch den viele aufgerichtet werden, viel hingegen zu Fall kommen.
An Jesus, dem kleinen Kind, der Gottes Sohn ist, scheiden sich noch immer die Geister. Mehr noch vielleicht als je zuvor.
Wird doch zuweilen immer wieder von Sternen FOCUSsiert und “gespiegelt”, er, dieser Jesus, habe ja gar nicht gelebt, sei ganz woanders geboren, schon gar nicht Gottes Sohn gewesen und überhaupt gar nicht gestorben und sicher nicht auferstanden.
Viele werden aufgerichtet und viele kommen zu Fall.
So ist es nach wie vor.
Bei vielen stößt Jesus auch heute auf Ablehnung,
sie wollen von ihm nichts wissen.
Viele wollen nicht annehmen, was er auch für sie getan hat.
Dennoch: Gott wird Mensch und gibt sich den Menschen zu erkennen.
Wir können ihn auch in unserem Leben erkennen.
Auch wenn ich weiß, daß es nicht immer, nicht zu jeder Zeit oder in jeder Situation geht.
Er kann für lange Zeit verborgen sein.
Hanna und Simeon machen es uns vor,
es gilt die Augen und Ohren aufzusperren.
Manchmal müssen wir warten …
(… und ab und an mal ein kleines Kind auf den Arm nehmen)
Folge mir nach
Über die Berufung von vier der zwölf Apostel, wie sie Markus beschreibt, haben wir heute im Evangelium gehört.
Dankbar schüttele ich hier symbolisch unserem Vikar die Hände, der betont hat, daß man sich das nun nicht als einen historischen Bericht der Berufungen denken sollte.
Also, kurz gesagt, die berufenen Fischer werden wohl doch noch aufgeräumt haben, bevor sie losgegangen sind.
Was sagt uns die Art der Erzählung?
Sich für Nachfolge zu entscheiden verlangt Radikalität.
Halbe Nachfolge kann es nicht geben. Ich kann mich nicht mal für mal gegen Nachfolge entscheiden.
Ich kann mich auch nicht entscheiden, Jesus in diesem Punkt zu folgen, in jenem hingegen nicht.
Also heißt es. Auf! Hinter mich!
Der Herr geht voran, wir folgen nach.
Voraus geht dem allerdings eine Entscheidung. Da liegt für viele heute ein Knackpunkt.
Wir werden in der Regel im Säuglingsalter in die Kirche hineingetauft und wachsen mehr oder weniger in und mit der Kirche auf.
Auch wenn es in meiner Kindheit zumindest in der Familie im engeren Sinne kaum Berührungspunkte mit der Kirche gab, so war ich getauft, wurde zu Erstkmmunion und Firmung geschickt, weil es sich so gehört. Ein innerer Vollzug war ebenso wenig gegeben wie eine katholische Sonntagspraxis. Man blieb eben dabei stehen, daß der liebe Gott irgendwie zur Kindererziehung dazu gehört. Und mit dem Kinderglauben war dann auch Feierabend.
So bin ich auch – aber eher am äußersten Rand – in die Kirche hineingewachsen und in der Pubertät und Adoleszenz wieder hinaus. Zur Sorge meiner sehr frommen Großmutter, die vermutlich viel für mich gebetet hat.
Über meine Bekehrung hatte ich schon einmal geschrieben.
Es war genau das, was heute im Evangelium steht: folge mir nach!
Ich mußte antworten und habe es getan. So weit so gut.
Durch meine Entscheidung bin ich weder ein besserer Mensch geworden, noch hat sich eine meiner Schwächen oder Stärken, Begabungen oder Unfähigkeiten verändert. Ich habe meine ganze Persönlichkeit, meine Biographie und alles, was mich ausmacht, mitgenommen. Beruhigend, daß der Herr mich dennoch gerufen hat.
Beides, Hineinwachsen in die Kirche, wie auch ein Bekehrungserlebnis (für das man nicht vom Pferd fallen muß) haben ihre Vorzüge und Nachteile. Manchmal hätte ich auch gerne eine Erinnerung an eine schöne Ministrantenzeit.
Andererseits hatte ich die Chance mich zu entscheiden, was vielen “Schon-immer-Katholiken” einfach fehlt.
Über diese Möglichkeit, die ich hatte, bin ich sehr froh.
Neusprech
… oder wie soll man es nennen, wenn ein Bistum 20%, d.h. jede 5. Kirche, schließt und dann von
“Abbruch und Aufbruch”
spricht.
Das Bistum Hildesheim ist damit gerade in der Presse.
Etwas erschrocken war ich, als ich genau diesen Titel auf der Seite des Bistums las.
OK. Abbruch, geht klar, wenn man Kirchen abreißt, dann soll man das auch so nennen. Es ist auch völlig klar, daß ein Bistum eine solide Finanzpolitik betreiben und sich ggf. von Immobilien trennen sollte, die nicht mehr benötigt werden oder die nicht mehr unterhalten werden können. Damit dürfte auch niemand ernsthaft Probleme haben, der mal einen Moment nachdenkt.
Ob dann unter Umständen eine Gemeinde ihr Kirchengebäude selbst unterhalten kann, sollte man im Einzelfall immer prüfen. Ich bin mir sicher, daß auf diese Weise das eine oder andere Kirchengebäude erhalten werden könnte. Immerhin sind viele der Kirchen auf Initiative der Gemeinden überhaupt erst gebaut worden.
Wo es geht sollte es erlaubt sein, wo es nicht geht, muß dann eben über Abriß oderFolgenutzung entschieden werden.
Und dann kommt der zweite Teil: Aufbruch
Wo bitte ist der Aufbruch?
Aufbruch würde in meinen Augen Mission bedeuten.
Ansätze dazu sehe ich leider keine.
Wo sind die Betrebungen, den Menschen, die den Glauben nicht angenommen haben, den Glauben zu verkünden?
Alles, was ich sehen kann, ist, daß vorhandene Kräfte in endlosen Strukturdiskussionen gebunden werden. Das ist in allen deutschen Bistümern so. Zusammenlegung von Gemeinden können und sollen sein, wenn die Anzahl der Priester nicht mehr reicht. Warum aber, so frage ich mich immer wieder, sagt man den Menschen nicht die Wahrheit? Warum werden Pfarreien, die nicht mehr besetzt werden können, nicht refilialisiert. Das muß man natürlich vorher sagen, rechtzeitig, einfach, klar und ehrlich sagen.
Ich glaube, daß man mit Ehrlichkeit mehr Menschen mitnehmen kann als mit Strukturdiskussionen.
Katholikentag 2008
Radio Vatikan meldet:
Jugend, Umwelt und sozialer Friede sind die Schwerpunktthemen des 97. Deutschen Katholikentags im Mai in Osnabrück.
Man lasse sich das mal auf der Zunge zergehen:
Jugend, Umwelt und sozialer Friede.
OK, die Jugend ist unsere Zukunft, ihnen den Glauben zu übergeben ist notwendig. Die Jugend wahrzunehmen und ihnen Raum in der Kirche zu geben, ist wichtig und hat zwingend seinen Platz auf dem Katholikentag.
Die Umwelt. Aha, schon klar. Wir brauchen dringend Katalysatoren für Weihrauchfässer. Ich hoffe, daß dazu ein Diskussionsforum stattfinden wird. Es kann in Zeiten von Treibhauseffekt nicht einfach so weiter geräuchert werden.
Sozialer Friede, nun, wer sich in meinem Weblog umschaut, wird schnell herausfinden, wie wichtig mir die Katholische Soziallehre ist. So mag ich dagegen gar nicht protestieren.
Nein, insgesamt kann man gegen all diese Themen nichts einwenden.
Ich stelle dem mal zum Vergleich ein Zitat zum
Kongreß “Freude am Glauben“, der vom 12. -14- September 2008 in Fulda stattinden wird gegenüber:
Der Kongress steht unter dem Motto, „Mit der Kirche die Zukunft gestalten“. Eine „neue“ vage und diffuse Religiosität hilft uns nicht weiter. Nur die Kirche mit ihrer konkreten Botschaft gibt uns für einen Neubeginn Orientierung und echte Hilfen.
Gerade das, einen Ausdruck diffuser Religiosität, muß ich den Leitthemen des Katholikentages bescheinigen.
Das macht mich etwas traurig, bestätigt allerdings den Eindruck, den ich auch von vergangenen Katholikentagen nicht selten hatte. Verschwommen nur brachten sie die Botschaft der Kirche an die Öffentlichkeit.
Es ist schade. Sicher wird es in Osnabrück eine Reihe guter Veranstaltungen geben, doch die Öffentlichkeit wird diese wohl kaum wahrnehmen, wenn Umwelt, Jugend und Soziales, die als Themen aus der Heilsbotschaft Christi folgen, sie jedoch weder verdrängen noch in den Schatten stellen dürfen.
Bedauerlicherweise vermute ich, daß genau das zumindest in der öffentlichen Wahrnehmung passieren wird.
Jv+
14. Dezember – Gedenktag des Heiligen Johannes vom Kreuz. Seitdem das Buch mit den Notizen der Sel. Teresa von Kalkutta erschienen ist, ist die Dunkle Nacht in aller Munde. Johannes, dieser bekannte Mystiker des 16. Jh. verdichtete diese Erfahrung in einem lyrischen Text, seinem gleichnamigen Gedicht.
Der Schriftsteller Reinhold Schneider nahm sich im vergangenen Jahrhundert des Themas an. (Abgedruckt und eingeleitet in: Reinhold Schneider; Maria Anna Leenen (Hg.) Reinhold Schneider, Ein Lesebuch. Spirituelle Texte eines großen Dichters. TYROLIA 2003). Ist die Gottverlassenheit der Dunklen Nacht ein Zeitphänomen unserer Tage, wie doxadei schreibt? Wenn ja, warum jetzt und warum so? Und da habe ich schon wieder etwas getan, was ich gar nicht tun soll.
Warum zu fragen, so durfte ich mir vor ein paar Tagen erklären lassen, führt in die Vergangenheit und endet oft im Nichts.
Ich soll die Frage in die Zukunft stellen. Wozu? Wohin soll es gehen?
Unsere Welt nimmt Gott nicht mehr wahr. Das ist eine Binsenweisheit, die mir aus jeder Nachrichtensendung und aus einer Vielzahl persönlicher Gespräche entgegen schlägt. Unvorstellbarer Weise haben sogar inzwischen ein ehemaliger Kanzler und etliche Minister darauf verzichtet, Gottes Beistand bei der Amtsführung in ihrem Amtseid zu erbitten. Das war deutlich und öffentlich. Atheistenverbände rüsten geistig auf. Mit einem Kampfbuch gegen den Glauben an Gott machte sich erst in den vergangenen Tagen ein englischer Wissenschaftler einen Namen und ein Zeichner meiner Jugend hat nun meine Bewunderung verloren und mein Mitleid gewonnen. Nun ist auch in Panama sie Sonne finster. Gott ist nicht mehr anwesend in unserer Gesellschaft. Er wird nicht mehr bemerkt. Hat sich Gott zurückgezogen?
Kirchliche Strukturen bröckeln oder zerbrechen ganz und gar. Pfarrgemeinden werden aufgelöst. Kirchen werden geschlossen. Mein Heimatbistum schrumpft deutlich schneller als es die demographische Entwicklung vermuten ließe. Christen werden zwar (noch?) nicht in unserem Land verfolgt, sind jedoch in vielen Ländern der Erde bedroht und können ihren Glauben nur unter großen Gefahren leben. Hat Gott das Interesse an seiner Schöpfung verloren?
Gott baut seine Kirche um
Wer sich genauer und mit etwas optimistischeren Augen umsieht, sieht nicht nur die Zusammenbrüche. Es bricht viel neues geistliches Leben auf. Jenseits etablierter Strukturen machen sich Menschen auf den Weg, auf den Anruf Gottes hin andere Formen zu versuchen. Es gibt viele Aktivitäten im Internet, wie die zahlreichen Weblogs, Foren und Nachrichtenportale, die die Anwesenheit Gottes in die virtuelle Welt hinein sagen. Menschen schließen sich zu neuen Gemeinschaften zusammen und das nicht erst seit gestern. Neue Formen der Kontemplation, wie sie Madeleine Delbrêl als Kontemplation auf der Straße vorgelebt hat. Es gibt Eremiten in unseren Tagen. Männer und Frauen, die sich auf eine radikale Weise Gott betend zur Verfügung stellen. Und es gibt junge Menschen, die sich auf ihre je eigene Weise, zuweilen tastend, mutig suchend auf den Weg machen, wie sie Gott in dieser Welt dienen können. Nicht wenige erfahren die Gottesferne der Welt auf ihre Weise in ihrem eigenen Leben.
Gott sucht Menschen unserer Tage, die den Lebensstil dieser Welt pflegen und verstehen, um seine Worte durch ihr Leben neu zu sagen. Nie bin ich in den letzten Monaten in eine Anbetungskapelle, wie es sie in fast jeder größeren Stadt gibt, gekommen, ohne das ein junger Mann oder eine junge Frau vor dem Herrn kniete und betete. Gott knüpft neue Netze des Betens und des Handeln in unseren Tagen.
Wie Johannes vom Kreuz es in seiner Zeit erlebt hat, die auch eine Zeit gewaltiger Umbrüche war, so erleben wir es auch heute wieder. Johannes und Theresa haben gemeinsam die Zeichen der Zeit erkannt und den Karmel zum Teil gegen erbitterte Widerstände erneuert. Sie haben dafür erhebliche persönliche Nachteile in Kauf genommen. Johannes wurde verhaftet und eingesperrt. Er verlor alles, die Anerkennung, das Prestige, die Freiheit und dann noch den Glauben. Aus dieser tiefen Erfahrung der Gottesferne konnte er im Sinne Gottes handeln. Gott hatte ihm alles genommen, sogar sich selbst entzogen. Erst jetzt war Johannes wirklich offen für den Anruf Gottes in seinem Leben. Auch wenn sich mir die Lyrik des Hl. Johannes nur schwer erschließt, so spricht aus jeder Zeile die sehnende Liebe zum fernen und fremd gewordenen Gott.
So ist es auch in unserer Zeit.
Es geht ein Schrei durch die Welt.
Ein Schrei, der den verlorenen Gott sucht.
So ist Johannes vom Kreuz für mich heute ein wahrhaft prophetischer adventlicher Heiliger.
Er zeigt mit seinem Leben auf die Gottesferne unserer Tage.
Wozu?
Damit Gott in diese Welt kommen kann.
Heute.
Auch durch meine Dunkelheiten.
Schade
Die Welt: Frau Ministerin, Kardinal Meisner hat Ihnen vorgeworfen, Sie seien “unwahrhaftig”, “prinzipienlos” und missbrauchten das Wort “katholisch”. Trifft Sie das?
Annette Schavan: Ich möchte das nicht kommentieren.
Mit Bundesforschungsministerin annette Schavan sprach Mariam Lau.
In: Die Welt vom 08.12.2007. Zitiert nach: http://www.cdu.de/archiv/2370_21647.htm
Schade, Frau Schavan, der Kommentar hätte mich interessiert.