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So warnt Erzbischof Hans Josef Becker in seinem aktuellen Fastenhirtenbrief, der heute in allen Hl. Messen im Erzbistum Paderborn verlesen wird. (Nicht überall in seiner ganzen Länge. Wie ich aus leidvoller Erfahrung vergangener Jahre weiß, gibt es superschlaue Pastöre, die meinen man könne den Gläubigen den Hirtenbrief insgesamt nicht zumuten. Sehr bedauerlich.)
Da ich den Hirtenbrief vorab gelesen hatte, konnte ich den Text heute morgen vertiefend hören.
Es geht um die sogenannte Sterbehilfe, die so wie sie in Holland, Belgien und der Schweiz praktiziert wird nichts anderes als Mord oder Hilfe zum Selbstmord ist. Die jeweilige Befindlichkeit der Gesellschaft wird künftig über das Recht zu leben oder die Pflicht zu sterben entscheiden. Nützlichkeitserwägungen und geschwächte Sozialkassen werden das Leben des alten oder schwerkranken Menschen zur Disposition stellen. Wird heute natürlich sehr hochmoralisch das Recht des Menschen auf ein humanes Sterben in den Mittelpunkt gestellt, so ist es morgen schon eine moralische Pflicht, niemandem mehr als Pflegefall zur Last zu fallen.
Vor zwanzig Jahren wurde alle die belächelt, verspottet oder beschimpft, die prophezeiten, daß nach der Freigabe der Kleinstkindestötung, das andere Ende des Lebens auch noch drankommen werde. Nun sind wir so weit und wir sind noch nicht am Ende der Entwicklung. Müssen sich heute allen Ernstes Eltern von behinderten Kindern die Frage gefallen lassen, ob man da nicht vorher “was habe machen können?”, was ja nichts anderes heißt, als die Kinder frühzeitig abzumurksen, so werden sich künftig pflegende Angehörige fragen lassen, ob man der Oma nicht irgendwie “auf humane Weise” helfen könne. (Sprich: auch abmurksen.)
Deshalb muß ich an dieser Stelle:
Aktive Sterbehilfe
widerspricht einem Sterben, das den
Namen „human“ verdient!¹
widersprechen. Mit dem Attribut “human, humanistisch” versehen sich gerade die, die die Hilfe zur Selbsttötung auf Verlangen, den medizinisch indizierten und verordeneten Mord und Pflicht zum Ableben aus ökonomischen, humanitären, sozialen oder welchen Gründen auch immer, zum politischen Programm erhoben haben. Das, was sich gegenwärtig selbst als Humanismus bezeichnet, bringt sich gegen den Glauben und gegen die Göttliche Schöpfungsordnung ins Feld. Mit dieser Begrifflichkeit können und dürfen wir als Christen nicht operieren, wollen wir nicht in die Irre gehen. Es gilt im Sinne der Schöpfungsordnung zu argumentieren und nicht im Sinne menschlicher Erwägungen, wie sie uns der Humanismus liefern zu müssen meint.
Dem hingegen:
Wir können
der Vergänglichkeit und Endlichkeit
des irdischen Lebens zwar nicht ausweichen,
aber wir dürfen sie auch
nicht in dem beschleunigenden Sinne
herbeiführen, dass wir uns selbst zu
Herren über Leben und Tod erheben.²
habe ich nichts hinzuzufügen.
Lieber Herr Erzbischof,
danke für diesen beeindruckenden und wertvollen Hirtenbrief.
(Man muß seinen Bischof ja auch mal loben dürfen.)
Der gesamte Text steht hier zum Download zur Verfügung.
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¹ Erzbischof Hans Josef Becker. Würde im Sterben. Der Schutz des menschlichen Lebens bis in die Sterbestunde. Paderborn 2008. S.7.
² a.a.O. S.8.
